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Knochenzellen im Kiefer haben eigenes Immunsystem

22.11.2005  11:37 Uhr

Knochenzellen im Kiefer haben eigenes Immunsystem

dpa / Der Kieferknochen besitzt ein eigenes bislang unbekanntes Immunsystem, wie Kieler Forscher entdeckten. Beim Vergleich von Zellen aus Kiefer, Arm und Hüftknochen beobachteten die Forscher um Patrick Warnke, dass einige Osteozyten bestimmte Peptide produzieren können.

 

Diese so genannten Defensine wirken als universelles Antibiotikum und attackieren Bakterien, die durch die obere Hautschicht gedrungen sind. So werden etwa bei Zahnausfall Infektionen im Mund verhindert.

 

Die Kieler Forscher wollen nun untersuchen, was genau die Abgabe der Defensine auslöst. Mithilfe dieser Erkenntnisse ließe sich möglicherweise das Immunsystem bei Kieferoperationen stärken oder die Behandlung von Zahnfleischentzündung erleichtern. Außerdem könnte dieses Wissen den Erfolg von Knochentransplantationen verbessern. Die Forscher stellen ihre Entdeckung in einer der kommenden Ausgaben des Fachjournals »Bone« vor.

 

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