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Stratifizierte Medizin beim Einsatz von Psychopharmaka

15.11.2017  10:35 Uhr

Stratifizierte Medizin beim Einsatz von Psychopharmaka

Von ABDA / Kaum eine Arzneistoffklasse bereitet bei der Wahl, für einen Patienten das richtige Arzneimittel in der richtigen Wirkstärke zu finden, so viele Probleme wie Psycho­pharmaka.

 

Einer der Gründe liegt darin, dass diese Wirkstoffe fast alle über das hepatische ­Cytochrom-P450-Enzymsystem metabolisiert werden. Dieses System ist ausgeprägt polymorph, das heißt, individuelle Patienten weisen oft drastisch unterschiedliche Zusammen­setzungen dieser Enzyme auf.

 

Mithilfe der stratifizierten Medizin lassen sich die relevanten Informationen ohne großen Aufwand beschaffen. Dennoch hat diese Methode viele Kritiker, die ihr unter anderem fehlende Evidenz vorwerfen. Zu Unrecht, wie Professor Dr. Theo Dingermann im Vortrag »Stratifizierte Medizin beim Einsatz von Psychopharmaka« auf der 48. Internationalen Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer Pharmacon zeigen wird. Der pharmazeutische Biologe vertritt die Ansicht, dass es vor allem bei Indikationen, bei denen Psychopharmaka zum Einsatz kommen, unethisch ist, Patienten empirisch mit Wirkstoffen zu titrieren, wo ein rationaler Ansatz möglich wäre.

 

Der Kongress findet vom 14. bis 19. Januar 2018 in Schladming statt und stellt die neurologischen und ­psychiatrischen Erkrankungen in den Mittelpunkt. Neben dem beschriebenen Vortrag erwarten die Teilnehmer weitere vielseitige Vorträge und Seminare rund um das Schwerpunktthema sowie als weiterer Höhepunkt die berufspolitische Diskussion. Der Kongress wird von den Landesapothekerkammern im Rahmen des Fortbildungszertifikats anerkannt. Das Programm, alle Informationen und die Online-­Anmeldung sind zu finden unter www.­pharmacon.de. /

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