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BPI-Unternehmertag

Digitalisierung beeinflusst Therapieverhalten

16.11.2016
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Von Ev Tebroke / Bei ihrem Therapieverhalten lassen sich Patienten zunehmend vom Internet leiten. Das belegt der sogenannte EPatient-Survey 2016, den der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) vergangene Woche anlässlich seines Unternehmertags in Berlin vorgestellt hat. Insgesamt informieren sich laut Umfrage mittlerweile rund 40 Millionen Deutsche online zum Thema Gesundheit. Auch Apps gewinnen immer mehr an Bedeutung.

 

Das Durchschnittsalter der Menschen, die sich ihre Gesundheitsinformationen im Netz suchen, liegt mit 59 Jahren erstaunlich hoch. Nach Angaben von Medienwissenschaftler Alexander Schachinger, der die Umfrage bereits seit 2010 jährlich durchführt, ist vor allem persönliche Betroffenheit Motor für die Online-Recherche im Gesundheitsbereich. So sind 43 Prozent der Befragten Chroniker. 29 Prozent der Patienten suchen bei akuten Beschwerden Hilfe im Netz.

Auch sogenannte Coaching-Apps werden immer beliebter. Demnach nutzen 9 Prozent der rund 10 000 Befragten solche Smartphone-Anwendungen, um mit ihrer Krankheit im Alltag besser umgehen zu können. Eine große Mehrheit 80 Prozent) erklärt, dadurch ihre Krankheit »deutlich« oder »etwas besser« im Griff zu haben. Ebenfalls 9 Prozent der Befragten nutzen Apps in Kombination mit einem Medizingerät, beispielsweise um Daten zu sammeln oder sich über den richtigen Gebrauch zu informieren. Und 6 Prozent der Umfrageteilnehmer lassen sich von einer App anleiten, um ihre Medikamente richtig einzunehmen oder sich erinnern zu lassen.

 

Grundsätzlich zeige die Umfrage den Einfluss von Internetinformationen auf das Therapieverhalten, so Schachinger. 43 Prozent der Befragten nutzen Medikamenten- oder Medikamenten-Verträglichkeits-Checks. 38 Prozent haben bereits online Medikamente gekauft. /

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