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Medikationsplan

Apotheker wollen bessere Einbindung

11.11.2015  10:00 Uhr

Von Christina Müller, Berlin / Bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags hat sich die ABDA für eine stärkere Einbindung der Apotheker in das E-Health-Gesetz ausgesprochen. Unterstützung erhielt sie dabei vom Deutschen Caritasverband.

Die Ärzte unterstützen den aktuellen Gesetzentwurf: Die Bundesärztekammer (BÄK) forderte, das Erstellen der Medikationspläne – wie bislang vorgesehen – hauptsächlich den Hausärzten zu überlassen. Diese hätten nicht nur einen Überblick über die bestehende Medikation des Patienten, sondern auch über Vorerkrankungen und Organfunktionen etwa der Niere. »Bei der Aktualisierung brauchen wir dann aber die Apotheker«, sagte Norbert Butz stellvertretend für die Ärzteschaft. Vor allem in der Selbstmedikation »hat nur der Apotheker Transparenz«. Das gelte auch für den Austausch in der Apotheke, wenn »zum Beispiel aufgrund von Rabattverträgen ein anderes Arzneimittel dispensiert wird als verordnet«.

Professor Martin Schulz von der ABDA konterte, das Zusammenführen der Selbstmedikation und der verordneten Arzneimittel sei ein wichtiger Teil der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Daher forderte er, die Apotheker von vornherein in das Erstellen von Medikationsplänen einzubeziehen. Immerhin seien 40 Prozent der abgegebenen Packungen in deutschen Apotheken nicht ärztlich verordnet. »Um einen konsolidierten Medikationsplan erstellen zu können, brauchen wir neben der Bezeichnungen der Fertigarzneimittel auch eine AMTS-Prüfung«, erklärte er. Wechselwirkungen sollten begutachtet werden, bevor der Patient den Plan erhält. Laut Schulz eignet sich die Apothekensoftware in der täglichen Betreuung ganz besonders, um Interaktionen zu erkennen und zu vermeiden.

 

Der Deutsche Caritasverband sieht das ganz ähnlich. Auf eine Frage der Grünen sprach sich dessen Vertreterin Elisabeth Fix dafür aus, die Apotheker »gleichberechtigt in das Erstellen von Medikationsplänen mit einzubeziehen«. Die Apotheke verfüge über Informationen, die beim Arzt nicht vorlägen, etwa zur Einnahme von OTC-Präparaten. Zudem sei der Apotheker aufgrund seines pharmazeutischen Wissens »bestens qualifiziert, Interaktionen und Nebenwirkungen zu erfassen und darauf zu reagieren«.

 

In Modellprojekten habe die aktive Beteiligung des Apothekers am Medikationsprozess zu rund 25 Prozent weniger Krankenhauseinweisungen geführt, so Fix. Darüber hinaus sei die Zahl der Arzneimittelnebenwirkungen um bis zu 90 Prozent gesunken. Dies belege »die positive Rolle des Apothekers beim Medikationsplan«. /

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