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Zuzahlungen

Weniger Befreiungen trotz neuer Rabattverträge

08.11.2017  10:18 Uhr

Von Katja Egermeier / Trotz neuer Rabattverträge von großen Krankenkassen ist nur jedes vierte Rabattarzneimittel (24,5 Prozent) zur Hälfte oder komplett von der gesetzlichen Zuzahlung befreit. Das entspreche genau 5184 von 21 201 unter Rabattvertrag stehenden Arzneimitteln, wie die ABDA mitteilte.

 

Zur Jahresmitte 2017 waren es 23,7 Prozent. Im Jahr 2008 hatte die Befreiungsquote noch bei 60 Prozent gelegen. Seit der Verpflichtung der Apotheken zur Abgabe von Rabattarzneimitteln vor zehn Jahren ist die Quote somit kontinuierlich gesunken.

Das Volumen der Zuzahlungen für Arzneimittel, die Krankenkassen ihren Versicherten in den Apotheken abverlangen, nimmt nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) zu. Während der Betrag 2011 noch bei 1,8 Milliarden Euro gelegen habe, seien es 2016 2,1 Milliarden gewesen. Dabei haben die Krankenkassen laut DAV 2016 durch Rabattverträge etwa 3,9 Milliarden Euro eingespart – Tendenz steigend.

 

Berend Groeneveld, Patientenbeauftragter des DAV, sieht in jedem neuen Rabattvertrag die Chance für Krankenkassen, ihre Versicherten von Zuzahlungen zu entlasten und »damit die Akzeptanz für die Umstellung der Medikation auf andere, günstigere Präparate zu erhöhen«. Die Kostenvorteile der Kassen aus den Rabattverträgen stiegen an. »Leider werden die Vorteile nicht unmittelbar an die Patienten weitergegeben«, so Groeneveld. Dabei können die Krankenkassen jeweils entscheiden, ob sie ihre Versicherten bei den rabattierten Medikamenten von der gesetzlichen Zuzahlung in Höhe von 5 bis 10 Euro pro rezeptpflichtiger Packung entbinden – entweder komplett oder zur Hälfte.

 

Die Versorgung der Patienten durch die Apotheken werde durch Rabattverträge teilweise erschwert, es gebe zusätzlichen Erklärungsbedarf, sagte Groeneveld. »Vermeidbar wären dabei Erklärungen zur Zuzahlung.« /

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