Pharmazeutische Zeitung online

Potenzmittel Tadalafil wird generisch

08.11.2017  10:18 Uhr

Von Anna Pannen / Für das Potenzmittel Tadalafil (Cialis®) wird es noch in diesem Monat Generika geben. Am 15. November läuft wie geplant das Patent für Tadalafil in Dosierungen über 5 mg aus.

 

Neu ist, dass Hersteller Lilly nun auch das Patent für niedrige Dosierungen von 5 mg und weniger nicht mehr besitzt. Es sollte ursprünglich noch zwei Jahre gelten, wurde aber Ende Oktober vom Bundespatentgericht in München einkassiert. Generikahersteller hatten erfolgreich geklagt. »Das Patent wurde für nichtig erklärt«, teilte das Gericht mit.

 

Tadalafil ist ein PDE5-Hemmer und der einzige in Deutschland, der bei einer erektilen Dysfunktion so dosiert werden kann, dass ein konstanter Wirkstoffspiegel erreicht wird. Sexualität ist so nicht mehr vom Einnahmezeitpunkt abhängig. »Eine Option für Paare, die sich einen entspannten Umgang mit dem Liebesleben fast wie vor der Erkrankung wünschen«, wirbt Lilly für das Mittel.

 

Kurz vor dem Patentauslauf scharren die Generikahersteller mit den Hufen. Noch ist nicht klar, wer ein eigenes Generikum plant. Konkret wollte sich kein Unternehmen zu entsprechenden Plänen äußern. In der Lauer-Taxe finden sich aber bereits Tadalafil-Generika mit Dosierungen von 10 und 20 Milligramm von Puren Pharma. Da Hexal und Ratiopharm den Streit vor dem Bundespatentgericht überhaupt erst angestoßen haben, ist außerdem davon auszugehen, dass auch sie Generika planen oder sogar bereits hergestellt haben. Innerhalb Deutschlands ist das zwar bis zum Tag des Patentablaufs verboten. Dank schneller Transportwege aus dem Ausland stellt das jedoch kein Hindernis dar. Neben der erektilen Dysfunktion wird Tadalafil auch beim benignen Prostatasyndrom sowie bei pulmonal-arterieller Hypertonie eingesetzt. /

Mehr von Avoxa