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Ein Mittel für jedes Wehwehchen

07.11.2006
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Ein Mittel für jedes Wehwehchen

Von Birgit Masekowitz

 

Kinder in Deutschland nehmen heute mehr Arzneimittel ein als in den Jahren zuvor. Vom Arzt verordnete Präparate stehen dabei an erster Stelle, aber auch die Selbstmedikation mit OTC-Präparaten spielt eine wichtige Rolle.

 

Das ist das Resultat verschiedener Studien, die Wissenschaftler auf der 13. Jahrestagung der Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie (GAA) in Berlin vorstellten. Am häufigsten stehen Medikamente gegen Erkältungen auf dem Rezept, gefolgt von Arzneimitteln, die auf das alimentäre System wirken, und Dermatika. Bei der Selbstmedikation sieht die Verteilung ähnlich aus.

 

Die Ergebnisse stammen unter anderem aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS). Mitarbeiter des Robert-Koch-Institutes untersuchten dabei im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) bundesweit circa 18.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren (siehe PZ 40/06). Sie stellten auch Fragen zur Anwendung von Arzneimitteln und fanden heraus, dass fast jedes zweite Kind zum Zeitpunkt der Befragung mindestens ein Medikament einnahm. 10 Prozent davon waren freiverkäufliche Arzneimittel.

 

Die genaue Interpretation der gewonnenen Daten steht noch aus. Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse ist für Mai 2007 geplant. Derzeit erarbeitet die Techniker Krankenkasse allerdings gemeinsam mit dem Zentrum für Sozialpharmazie der Universität Bremen eine Broschüre zum Thema Kinder und Arzneimittel, mit der die Sensibilität der Eltern auf diesem Gebiet erhöht werden soll.

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