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EMA

Neue Empfehlungen für den Einsatz von Polymyxin-Antibiotika

29.10.2014
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Von Daniela Hüttemann / Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik der Polymyxin-Antibiotika Colistin (Polymyxin E) und Colistimethat-Natrium in bestimmten Arzneiformen neu bewertet.

 

Polymyxine sind bereits seit den 1960er-Jahren im Einsatz, wurden aufgrund ihrer im Vergleich zu vielen anderen Antibiotika schlechteren Verträglichkeit jedoch nur restriktiv eingesetzt. 

Daher wirken sie derzeit oft noch gegen resistente Bakterien. Damit das so bleibt, sollen Polymyxine weiterhin nur restriktiv eingesetzt werden, empfiehlt die EMA, denn die Verordnungshäufigkeit hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen.

 

In einem Review wertete die Behörde die verfügbaren Daten zu Colistimethat-Natrium-haltigen Arzneimitteln zur Injektion oder als Inhalationslösung aus. Colistimethat-Natrium wird im Körper zur aktiven Substanz Colistin verstoffwechselt. Für Injektions- und Inhalations­lösungen gilt nun, dass sie nur bei Patienten mit Colistin-empfindlichen Erregern zum Einsatz kommen sollen, wenn die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Sie sollen möglichst mit einem anderen geeigneten Antibiotikum kombiniert werden. Um die Anwendungssicherheit zu erhöhen, sollen die Dosis­angaben in Internationalen Einheiten erfolgen und gegebenenfalls eine Umrechnungstabelle bei anderen Einheiten beiliegen.

 

Schwer kranke Patienten sollten eine hohe Startdosis bekommen. Für die intrathekale und intraventrikuläre Injektion direkt ins Nervensystem gibt es neue Dosierhinweise für Erwachsene. Trotz begrenzter Daten­lage darf Colistimethat-Natrium auch bei Kindern und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eingesetzt werden sowie zur Inhalation bei Patienten mit zystischer Fibrose, die unter einer chronischen Infektion mit Pseudomonas aeruginosa leiden. /

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