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Antibiotika werden zu häufig verordnet

29.10.2014
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Von Yuki Schubert / Beinahe 30 Prozent der Antibiotika-Verordnungen im vergangenen Jahr stellten sich mit Blick auf die Diagnose als fragwürdig heraus. Zu diesem Ergebnis kommt der erste Antibiotika-Report der DAK-Gesundheit.

 

Dafür hat die Kasse nach eigenen Angaben anonymisierte Arzneimittel- und Diagnosedaten ausgewertet sowie 3100 Menschen in Deutschland befragt. Während der Erkältungszeit sei die Über- und Fehlversorgung besonders deutlich, heißt es bei der DAK. Demnach erwarteten drei Viertel der Befragten eine Antibiotika-Verordnung, wenn Erkältungsbeschwerden nicht von selbst besser werden. Ein Viertel wünsche sich ein Rezept, um schnell wieder fit für den Job zu sein. »Erkältungen werden aber in 80 bis 90 Prozent aller Fälle von Viren verursacht, ohne dass es eine zusätzliche bakterielle Besiedlung gibt«, sagte Apotheker und Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske.

 

Der Kasse zufolge bedroht die unkritische Verordnungspraxis die Gesundheit der Patienten vor allem im Krankenhaus. Von einer Million Versicherten, die 2013 in Krankenhäusern behandelt worden waren, hätten knapp 20 000 einen resistenten Keim in sich getragen, so die DAK. /

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