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Estrogen lässt Hippocampus wachsen

25.10.2016
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Von Annette Mende / Steigt der Estrogenspiegel während des weiblichen Zyklus, nimmt auch das Volumen des Hippocampus zu. Das zeigt eine Pilotstudie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig (DOI: 10.1038/srep32833).

 

Der Hippocampus ist eine Gehirnregion, die für Gedächtnis, Stimmung und Emotionen wichtig ist. Ob beziehungsweise wie sich die Volumenschwankungen auf das Verhalten von Frauen auswirken, ist unklar.

Im Fachjournal »Scientific Reports« berichtet die Gruppe um Claudia Barth von ihren Messungen, die sie zunächst nur an einer weiblichen Testperson vornahm. Sie ergaben, dass während des Zyklus parallel zum steigenden Estrogenspiegel bis zum Eisprung auch das Volumen des Hippocampus zunimmt, und zwar sowohl das der grauen als auch der weißen Hirnsubstanz. »Bei Mäusen wurde bereits festgestellt, dass nicht nur der Hippocampus, sondern auch verschiedene Verhaltens­weisen einer Art monatlichem Zyklus unterliegen«, sagt Barth laut einer Pressemitteilung der Max-Planck-­Gesellschaft. Nun solle in einer größeren Studie mit vielen Probandinnen überprüft werden, ob das auch beim Menschen so ist.

 

Die Wissenschaftler wollen mit ihrer Forschung die neurologischen Zusammenhänge hinter der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) aufklären, von der etwa jede zwölfte Frau betroffen ist. Diese Frauen leiden an den Tagen vor der Menstruation unter starken körperlichen und psychischen Beschwerden, etwa Antriebs­losigkeit und Stimmungsschwankungen, die einer depressiven Episode gleichen. /

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