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Milliardendefizit

20.10.2008  11:08 Uhr

Milliardendefizit

PZ / Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist im ersten Halbjahr 2008 deutlich ins Minus gerutscht. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes nahmen die Krankenkassen in den ersten sechs Monaten des Jahres 78,7 Milliarden Euro ein, gaben aber 19,7 Milliarden Euro aus. Schuld an dem Defizit von 1 Milliarde Euro sind in diesem Jahr nicht die schwachen Einnahmen, sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um immerhin 3,4 Prozent. Dem steht allerdings eine noch deutlichere Ausgabensteigerung gegenüber. Um 5,1 Prozent legten sie im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 zu. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes trugen dazu die Arznei-, Verband- und Hilfsmittel mit einem Plus von 5,9 Prozent nicht unerheblich bei. Prozentual noch deutlicher stiegen allerdings mit 8,3 Prozent die Ausgaben der Kassen für Krankengeld. Im Vorjahr hatte die GKV im ersten Halbjahr noch insgesamt einen Überschuss von 300 Millionen Euro erwirtschaftet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben die gesetzlichen Sozialversicherungen insgesamt ein Gesamt-Defizit von 2 Milliarden Euro eingefahren. Zur gesetzlichen Sozialversicherung gehören neben den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, die Unfall- und Rentenversicherung, die Alterssicherung der Landwirte sowie die Arbeitslosenversicherung. Sie alle zusammen gaben im ersten Halbjahr 236,9 Milliarden Euro aus. Die Einnahmen betrugen 234,9 Milliarden Euro.

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