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Fructose macht dick

20.10.2008  11:08 Uhr

Fructose macht dick

PZ / Die Aufnahme von großen Fructosemengen kann zu einer Leptin-Resistenz führen. Schon seit Längerem vermuten Forscher, dass Fructose eine Rolle bei der Zunahme von übergewichtigen Menschen in Industrienationen spielen könnte. Um dies zu testen, untersuchten Forscher um Alexandra Shapiro von der University of Florida die Auswirkungen einer stark fructosehaltigen Diät auf Mäuse. Sie teilten die Tiere in zwei Gruppen ein, die für sechs Monate die gleiche Ernährung erhielten, mit dem Unterschied, dass eine Gruppe keine Fructose, die andere große Mengen Fructose zu sich nahm. Während der Untersuchung unterschieden sich die Tiere der beiden Gruppen nicht bezüglich Kalorienaufnahme, Körpergewicht, Blutzucker- oder Leptinwert. Doch nach sechs Monaten hatten die fructosekonsumierenden Tiere erhöhte Triglyceridwerte. Sie reagierten zudem nicht mehr angemessen auf Leptininjektionen, nämlich mit einer Drosselung des Appetits. Die Mäuse waren resistent gegen das sättigungsvermittelnde Signal Leptin geworden, berichten die Forscher im »American Journal of Physiology« (Doi: 10.1152/ajpregu.00195.2008). In einem weiteren Experiment, in dem die Mäuse eine hochkalorische, fettreiche Diät erhielten, nahmen sie stark an Körpergewicht zu. Dies würde erklären, wie der Fructosekonsum zur Adipositas-Epidemie beitrage, schreiben die Wissenschaftler. Die in Obst enthaltene Fruchtzuckerkonzentrationen könnten nicht zu einer Leptin-Resistenz führen. Doch viele Nahrungsmittel enthielten größere Mengen Haushaltszucker (Saccharose), ein Disaccharid aus Glucose und Fructose, weshalb der Fruchtzuckerverzehr in den vergangenen Jahren stark angestiegen sei.

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