Pharmazeutische Zeitung online
Viola odorata

Frühlingsbote wird Heilpflanze 2007

24.10.2006  11:35 Uhr

Viola odorata

Frühlingsbote wird Heilpflanze 2007

Von Maria Vogel

 

Das Veilchen (Viola odorata) ist als Frühlingsbote und Lieferant von etherischen Ölen für die Parfümherstellung bekannt. Dass es auch in der Naturheilkunde einen festen Platz hat, wissen nur wenige. Dies ist nur einer der Gründe, das Veilchen zur Heilpflanze des Jahres 2007 zu wählen.

 

Mit dem Veilchen assoziieren die meisten Deutschen nicht mehr als eine wohlduftende Blume. Nun hat sie die Jury des NHV Theophrastus, die in diesem Jahr zum fünften Mal diese Auszeichnung verleiht, zur Heilpflanze des Jahres 2007 gekürt. Dabei war die Tatsache, dass das Veilchen im Bewusstsein der Menschen kaum mit Naturheilkunde in Verbindung gebracht wird, zwar nicht ausschlaggebend, aber mitentscheidend. Denn im Allgemeinen ist es bestenfalls als Duftstofflieferant, als Frühlingsbote und, in früheren Zeiten, als Symbol für Demut und Bescheidenheit bekannt.

 

Dabei erkannte schon der griechische Arzt Hippokrates die Heilwirkung des Veilchens und setzte es gegen Kopfschmerzen und Sehstörungen ein. Später gebrauchten ebenfalls namhafte Heilkundige die Pflanze gegen vielerlei Krankheiten: Hieronymus Bock empfahl die Anwendung des Krautes zur Herzkräftigung und »zu allen hitzigen Krankheiten«. Die Äbtissin Hildegard von Bingen schätzte das Veilchen als Mittel gegen das Dreitagefieber und Melancholie. Der bekannteste Arzt des ausgehenden Mittelalters, Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, schrieb: »Ein Tag im Frühling ohne Veilchenduft ist ein verlorener Tag«. Auch der »Kräuterpfarrer« Johann Künzle und der »Wasserdoktor« Sebastian Kneipp verordneten das Veilchenkraut, vorrangig als Hustenmittel.

 

Vielfältige Anwendung

 

Heute wird die Pflanze überwiegend bei Erkrankungen der Atemwege, bei nervösen Herz- und Befindlichkeitsstörungen, bei Hautbeschwerden und bei Rheumatismus angewendet.

 

Des Weiteren bereichert ätherisches Veilchenöl den Duft manchen Parfüms und auch als Delikatesse wird das Veilchen von Kennern geschätzt: Als appetitanregende Dekoration auf Salaten sind kandierte Veilchenblüten ein Genuss für Auge und Gaumen.

 

Wild wachsende Veilchen trifft man bevorzugt auf schattigen Wiesen und an Waldrändern an. Im Garten harmonisieren sie mit anderen Frühlingsblühern und nicht zu stark wachsenden Polsterstauden. Im zeitigen Frühjahr zeigen sich die herzförmigen Blätter und von März bis April blüht die Pflanze, die wegen ihres angenehmen Duftes auch das »Wohlriechende Veilchen« genannt wird.

Mehr von Avoxa