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Entlassmanagement

Pilotprojekt bindet Apotheker ein

18.10.2017
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Von Daniela Hüttemann / Seit dem 1. Oktober haben bundesweit alle Patienten Anspruch auf ein Entlassmanagement, das den Übergang von der Klinik in die ambulante Versorgung regelt. In Braunschweig gibt es nun ein Pilotprojekt, das über die neuen gesetzlichen Anforderungen hinausgeht.

Das Projekt, an dem das Klinikum Braunschweig, die niedergelassenen Ärzten und die Apotheker der Stadt beteiligt sind, soll Patienten eine schnelle und sichere Medikation nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gewährleisten. Alle Patienten des Klinikums, die für das Entlassmanagement infrage kommen, erhalten an ihrem Entlasstag einen aktuellen bundeseinheitlichen Medikationsplan in ausgedruckter Form.

Darüber hinaus werden für die Patienten der drei Kliniken Hämatologie und Onkologie, Geriatrie und Rheumatologie sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten die Daten des Medikationsplans noch am selben Tag auch an den behandelnden Arzt und die Daten des Entlassrezepts an die Stammapotheke übermittelt, Einverständnis des Patienten vorausgesetzt. Die freie Apothekenwahl bleibt dabei gewährleistet.

 

»Die Braunschweiger Apotheken müssen sich nicht extra anmelden, um teilzunehmen«, erläuterte Christopher Jürgen­s, Vizepräsident der Apothekerkammer Niedersachsen, im Gespräch mit der PZ. Alle Apotheken im entsprechenden Postleitzahlengebiet sind über das Projekt informiert.

 

»Durch die frühe Information kann sich der Apotheker entsprechend bevorraten, insbesondere vor dem Wochenende«, so Jürgens. »Und die niedergelassenen Ärzte können sich bei Fragen zur neuen oder geänderten Medikation direkt und frühzeitig mit den Kollegen im Krankenhaus in Kontakt setzen.«

 

Das Projekt wird in den ersten Monaten wissenschaftlich von Professor Stephan Scherneck vom Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie der Technischen Universität Braunschweig begleitet. Es soll unter anderem evaluiert werden, ob sich durch die neuen Prozesse an der Schnittstelle stationär-ambulant Medikationsfehler vermeiden lassen und die Patientenzufriedenheit steigt. Dazu sollen die beteiligten Patienten, Apotheker und Ärzte unter anderem Fragebögen ausfüllen.

 

Wenn die Telematik auf Bundesebene so weit ist, soll auf den digitalen Medikationsplan umgestellt werden. Apotheker sollen den Plan dann in Zukunft digital auslesen und gegebenenfalls ergänzen und verändern könne­n. /

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