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Bürokratie

Größtes Ärgernis im Apothekenalltag

18.10.2016  15:12 Uhr

Der bürokratische Aufwand ist die größte Unannehmlichkeit im Berufsalltag der Apotheker. Das gaben 81 Prozent der Befragten in einer von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände beauftragten Umfrage an. 


Dahinter folgen Retaxationen (72,6 Prozent) und die unzu­reichende Honorierung von Leistungen (71,5 Prozent). Bei fast 80 Prozent der kleineren Apotheken mit zwei bis drei Beschäftigten steht außerdem die Hilfsmittelversorgung auf den vorderen Plätzen der Ärgernis-Hitliste.

An der von TNS Infratest umgesetzten Umfrage nahmen 500 Apothekenleiter aus ganz Deutschland teil. Der Apothekenklima-Index, der in diesem Jahr erstmals erstellt wurde, bildet neben wirtschaftlichen und gesundheits­politischen Bedingungen zum ersten Mal auch ab, was die Apotheker im Berufs­alltag bewegt, sagte Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, bei der Pressekonferenz am Vortag des Deutschen Apothekertags in München.

 

»Die Bürokratie ist der größte Stressfaktor für die Apotheker, denn dann fehlt Zeit für das, was die Kollegen gerne tun: für die Beratung und den persönlichen Kontakt zu den Patienten«, sagte Kiefer. Für knapp 78 Prozent der Befragten sind diese beiden Faktoren die größte Motivation bei der Berufsausübung, gefolgt von Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und Freiberuflichkeit (68,8 Prozent). Nahezu 57 Prozent beschreiben die Zusammenarbeit mit dem Team als sehr motivierend.

 

Dass die Motivation in vielen Fällen die Stressfaktoren überwiegt, zeige das Beispiel der Pille danach, führte Kiefer aus. Die Aufhebung der Verschreibungspflicht war trotz des zusätzlichen Beratungsbedarfs in der Apotheke für knapp zwei Drittel der Befragten der richtige Schritt, unter anderem wegen des eigenen Kompetenzgewinns. /

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