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Problem Prävention

13.10.2008  14:04 Uhr

Problem Prävention

PZ / Alle sprechen von Prävention, aber bei der Umsetzung hapert es. Heute fließen weniger als 5 Prozent der jährlichen Ausgaben im Gesundheitswesen in dieses Aufgabenfeld, monierte Ulf Fink, Präsident des 7. Europäischen Gesundheitskongresses vergangenen Donnerstag in München, bei einer Diskussionsrunde.

 

Die AOK beginne mit der Primärprävention bereits in Kindergärten und Schulen, erklärte Dr. Hans-Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands. Den Anstoß gab eine erschreckende Erkenntnis: Laut Studien ist die körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in den letzten zehn Jahren um 20 Prozent gesunken. »Wir haben nicht nur weniger, sondern auch weniger leistungsfähige Kinder.« Da die Prävention im Kindesalter aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, muss sie nach Ansicht des Gesundheitsökonomen Professor Dr. Günter Neubauer vom Staat finanziert werden. Auch der Gesundheitsfonds soll Geld für die Prävention bereitstellen, andererseits biete seine Systematik keine Anreize, in Vorbeugung zu investieren. Und schließlich müssen auch noch Bürger und Patient überzeugt werden, dass sich Prävention lohnt. Ohne finanzielle Anreize geht es auch hier nicht.

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