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Bittere Medizin wirkt schlecht

14.10.2008  10:48 Uhr

Bittere Medizin wirkt schlecht

PZ / Auch der Darm hat Rezeptoren für die Geschmacksrichtung bitter. Der Typ-2-Geschmacksrezeptor (T2R) ist auf den enteroendokrinen Zellen des Darms vorhanden und besitzt dort vermutlich dieselbe Funktion wie auf der Zunge. Er detektiert Bitterstoffe, wodurch der Botenstoff Cholecystokinin freigesetzt wird. Dieser drosselt den Appetit, hemmt die Entleerung des Magens und aktiviert die Freisetzung von Gallensäuren. Damit hat der Botenstoffe insgesamt den Effekt, die Aufnahme von bitterer, potenziell giftiger Nahrung zu verhindern. Dies könnte die Wirkung von bitteren Medikamenten beeinflussen, da der Darm ihre Aufnahme verhindrt, schreiben Forscher um Timothy Osborne von der University of California in Irvine im »Journal of Clinical Investigation« (Doi: 10.1172/JCI36461). Ihren Untersuchungen zufolge wird die Anzahl der T2-Rezeptoren im Darm auch durch die Ernährung beeinflusst. Eine cholesterinarme Diät steigert die T2R-Zahl und vermindert so die Verträglichkeit von Bitterstoffen.

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