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Läusemittel

Ran an die Kopfhaut

07.10.2015  10:04 Uhr

Ein optimales Mittel gegen Kopfläuse muss gut und schnell wirken und leicht anwendbar sein. Es darf die Gesundheit nicht gefährden, muss umweltverträglich sein und darf nicht leicht entflammbar sein. Dieses Fazit zog Professor Dr. Heinz Mehlhorn bei der Pharma World. Unabhängig von der Art des Mittels gilt: »Alle müssen auf die Kopfhaut, denn da sitzen die Läuse.«

Die Insekten können nicht fliegen oder springen und müssen alle zwei bis drei Stunden Blut saugen, um zu überleben. Dabei übertragen sie keine Krankheiten und sind insofern harmlos, informierte Mehlhorn. Kinder seien häufiger von Kopfläusen betroffen, da sie häufiger Körperkontakt haben. 

Fallen die Tiere vom Körper ab, könnten sie maximal drei Stunden überleben. Alle Kopfläuse befestigen ihre Nissen mit einem wasserunlöslichen Kleber nahe der Kopfhaut an die Haarschäfte. Die Larve atmet durch einen Deckel; den müsse man verkleben, damit die Larve erstickt.

 

Anhand der Biologie der Kopfläuse könne man leicht erkennen, welche Maßnahmen unsinnig sind, erklärte der Experte. Dazu gehört der häufig gehörte Rat, jeden Tag die Bettwäsche zu waschen, Spielzeug und Mützen einzufrieren oder den Boden zu putzen. Ebenso könne man Läuse nicht mit Haarshampoo auswaschen. Ganz wichtig sei es ­dagegen, mit den Eltern der anderen Kinder und Spielkameraden zu sprechen, damit die Behandlung koordiniert erfolgt. Ansonsten könne sich ein erfolgreich behandeltes Kind schon am nächsten Tag wieder mit Läusen anstecken.

 

Es gebe zahlreiche wirksame Antilausmittel, die aber Nachteile wie ein allergenes Potenzial oder leichte Entflammbarkeit hätten. Mehlhorn nannte hier Pflanzenöle, Insektizide wie Permethrin, Allethrin und Pyrethrum sowie Silikone. Daher wurde ein spezieller Neemextrakt nach Auspressen des Öls entwickelt; dieser wirke schnell erstickend durch leichtes Eindringen in das Atmungssystem der Läuse und sei nicht entflammbar. Entscheidend sei aber in jedem Fall: »Ein Kopflausmittel muss an die Kopfhaut kommen.« /

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