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Apotheker fordern faires Honorar

07.10.2015
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Die deutschen Apotheker haben bei ihrer Hauptversammlung den Gesetzgeber aufgefordert, unverzüglich eine angemessene Vergütung ihrer Leistungen sicherzustellen. Der entsprechende Antrag wurde einstimmig angenommen.

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Die Delegierten fordern darin eine verbindliche jährliche Anpassung des Fixhonorars. Der Gesetzgeber soll zudem eine andere Methodik zur Berechnung des Anpassungsbedarfs des Fixhonorars zu Grunde legen, um die Apotheker stärker an der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland zu beteiligen.

Die ABDA selbst wird – anders als es die Apothekerkammer Nordrhein in einem entsprechenden Antrag gefordert hatte – zunächst keine eigenen neuen Methoden zur Berechnung des Fixhonorars entwickeln. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt sagte, man wolle zunächst das Ergebnis eines Forschungsvorhabens abwarten, das das Bundeswirtschaftsministerium initiiert hat. Ziel des Vorhabens ist es, neue Berechnungsmethoden für die Anpassung des Honorars zu entwickeln. Schmidt sagte: »Aber wir müssen eventuell ein eigenes Vorhaben ins Leben rufen und uns mit Daten aufrüsten, damit wir den Ergebnissen des Ministeriums nicht machtlos gegenüber stehen.« Zunächst hoffe man allerdings darauf, dass in dem Forschungsvorhaben die Methoden mit der gebotenen Neutralität erarbeitet würden. Der Apothekerschaft war in der Vergangenheit öfter vorgeworfen worden, ungenügende Daten geliefert zu haben. »Das ist ein Vorwurf, den wir alle entschieden zurückweisen müssen«, sagte Schmidt. Der DAV-Vorsitzende Fritz Becker bekräftigte dies: »Keiner hat so verlässliche Daten geliefert wie wir.«

 

Weiter drängen die Apotheker mit der Annahme des Antrags auf eine angemessene Erhöhung des Sonderentgelts für die Abgabe dokumentationspflichtiger Arzneimittel. Auch die Abgabe verschreibungspflichtiger Rezepturarzneimittel soll in den Geltungsbereich des Fixhonorars fallen, ebenso soll der Packungszuschlag bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln um 0,16 Euro erhöht werden. Wie genau diese Forderungen angegangen und umgesetzt werden sollen, lässt der Antrag weitgehend offen. Weitere Anträge, die sich detaillierter mit einzelnen Methoden zur Honoraranpassung beschäftigen, wurden in einen Ausschuss verwiesen. /

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