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Johanniskraut ist Arzneipflanze des Jahres

08.10.2014
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Von Gerd Moser / Das Echte Johanniskraut ist die Arzneipflanze des Jahres 2015. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg wählte die Pflanze laut Pressemitteilung, weil Hypericum perforatum sowohl tradi­tionell als auch aktuell von großer Bedeutung in der Pflanzenheilkunde ist.

 

Die zur Familie der Johanniskraut­gewächse (Hypericaceae) gehörende Art sei eine hochinteressante aber auch »etwas schwierige« Arzneipflanze mit großem Potenzial. In der Phytotherapie wird Johanniskraut vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung eingesetzt, die unter anderem auf die rot färbenden Hypericine zurückgeführt wird. 

Der Farbe dieser Inhaltsstoffe wegen ist Johanniskrautöl auch unter den Bezeichnung Rotöl bekannt. Die Hyperi­cine zeigen auch antivirale Wirkung; antibakterielle Eigenschaften des Johanniskrauts gehen auf Hyperforin zurück. Für entzündungshemmende Effekte werden Flavonoide verantwortlich gemacht. Auch mit adstringierenden Gerbstoffen und mit ätherischen Ölen kann das Johanniskraut aufwarten.

 

Verwendung finden die zur Blütezeit geernteten Triebspitzen, denn die Wirkstoffe sind vor allem in den Blütenknospen, den Blüten und den noch grünen Kapselfrüchten enthalten. Die charakteristischen, durchscheinenden Punkte auf den Blättern, die den Eindruck entstehen lassen, die Blattfläche sei perforiert, gehen auf Öldrüsen und -behälter zurück. Die hellen Ölbehälter auf der Blattfläche enthalten farbloses ätherisches Öl, die schwärzlichen Behälter am Blattrand speichern die rot gefärbten Hypericine.

 

Da Johanniskraut-Inhaltsstoffe verstärkend auf das CYP-3A4-Enzymsystem wirken, beschleunigen sie den Abbau zahlreicher Arzneistoffe. Neben kontroversen Diskussionen in der Fachwelt führte diese Erkenntnis dazu, dass hoch dosierte Johanniskraut-Präparate im Jahr 2003 der Apothekenpflicht unterstellt wurden. / 

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