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Geriatrische Pharmazie

Ältere im Fokus

08.10.2014
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Von Esther Luhmann / Die Weiterbildung Geriatrische Pharmazie gewinnt vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Bevölkerung zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, den Medikationsprozess für ältere, multimorbide und zumeist pflegebedürftige Patienten zu optimieren.

Vorreiter bei der Einführung der Weiterbildung war die Apothekerkammer Nordrhein. Nach positiven Erfahrungen aus den Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe wurde der Weiterbildungsbereich Geriatrische Pharmazie im November 2009 in die Musterweiterbildungsordnung der Bundesapothekerkammer (BAK) aufgenommen. Laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – absolvierten bis zum 1. Januar 2014 bundesweit circa 400 Apotheker diese Weiterbildung. Die Kammern in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Thüringen haben diesen Weiterbildungsbereich nach wie vor nicht.

 

Nicht mit Fachapotheker verwechseln

 

Der Sachverständigenrat fordert in seinem Gutachten vom Juni 2014 Medikations-Check-ups und strukturierte Pharmakotherapie-Qualitätszirkel-Programme zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei geriatrischen Patienten. Vor diesem Hintergrund sollte die Geriatrische Pharmazie fester Bestandteil der gesamten pharmazeutischen Bildungskette werden.

 

Die Geriatrische Pharmazie ist eine Zusatzbezeichnung und darf nicht mit einem Fachapotheker verwechselt werden. Sie ist eine von fünf Bereichs­weiterbildungen oder Spezialisierungsbereichen. Während der Weiterbildung werden circa 100 Seminarstunden zu den Themen Grundlagen der geriatrischen Versorgung, Geriatrie und Besonderheiten der geriatrischen Pharmakotherapie, Klinisch-geriatrische Praxis und Praxis der Versorgung der geriatrischen Patienten sowie ein Praktikum und eine anschließende Projektarbeit absolviert. Eine mündliche Prüfung bildet den Abschluss der Weiterbildung.

 

Die Zusatzqualifikation ist vor allem sinnvoll, wenn zum Beispiel Heimversorgungsverträge abgeschlossen werden. Doch auch im ambulanten Pflegebereich ist sie von großem Nutzen. Geriatrische Kompetenz beinhaltet mehr als fundiertes pharmazeutisches Fachwissen. Vielmehr ist auch soziale Kompetenz gefragt, denn Patienten sind mit zunehmendem Alter immer häufiger von Multimorbidität, chronischen Krankheitsverläufen und Einschränkungen betroffen. Hier liegen die Herausforderungen für die Vermittlung geriatrischer Kompetenz in der Apotheker-Patient-Beziehung. /

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