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Boehringer Ingelheim schließt US-Tochter

08.10.2013
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Von Stephanie Schersch / Boehringer Ingelheim gibt seine US-Tochter Ben Venue auf. Das Werk in Bedford im Bundesstaat Ohio werde Ende des Jahres geschlossen, teilte das Unternehmen mit. 

Hintergrund sind wiederholte Qualitätsmängel in der Herstellung. Im vergangenen Herbst hatte die Fabrik sogar vorübergehend schließen müssen. Die zwischenzeitlich aufgestellten Kontrollen seien zwar effektiv, langfristig aber nicht tragbar, heißt es.

 

Demnach sind die erforderlichen Investitionen schlichtweg zu hoch. 700 Millionen Dollar sind dem Unternehmen zufolge innerhalb der nächsten fünf Jahre notwendig, um die Probleme in den Griff zu bekommen – zusätzlich zu den bereits investierten 350 Millionen Dollar. »Trotz der Unterstützung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA, des großen Einsatzes der Mitarbeiter und bedeutender Investitionen in die Sanierung der Anlagen ist das Unternehmen nicht in der Lage, zu einer nachhaltigen Produktion zurückzukehren«, so Boehringer Ingelheim.

 

In Bedford stellt Ben Venue unter anderem sterile Injektionslösungen im Auftrag verschiedener Pharmaunternehmen her. Lieferengpässe infolge der Schließung will Boehringer nach Möglichkeit vermeiden. Ob das gelingt, ist allerdings ungewiss. Man habe die FDA über die schwierige Entscheidung informiert und arbeite nun daran, die Folgen für Patienten, Lieferanten und Mitarbeiter zu gering wie möglich zu halten, heißt es. Von der Schließung werden allerdings alle 1100 Angestellte betroffen sein. /

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