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Digitalisierung

Gemeinsam für mehr Tempo

04.10.2017
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Von Ev Tebroke / Ärzte und Apotheker wollen zusammen die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen. Dies haben sie in einer gemeinsamen Absichtserklärung manifestiert. Insbesondere betonen sie dabei den Bedarf eigener sektoraler Anwendungen innerhalb der bundesweiten Telematikinfrastruktur.

Im Zuge der Digitalisierung bricht auch für die Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker eine neue Ära an: Eine elek­tronische Vernetzung soll Arbeitsprozesse optimieren, den Austausch zwischen den Heilberuflern beschleunigen und eine effizientere und effektivere Gesundheitsversorgung ermöglichen. 

 

Nicht zuletzt dürfte etwa ein elektronisches Medikationsmanagement die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern. Die Digitalisierung biete richtig eingesetzt viele Chancen, betonte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. »Uns ist es wichtig, diesen Prozess sinnvoll zu gestalten und die Kompetenz der Ärzte und Apotheker einzubringen.«

 

Um diese Chancen bestmöglich zu nutzen, wollen Kassenärzte und Apotheker zusammen eine digitale Agenda entwickeln und umsetzen. Das haben KBV und ABDA vergangene Woche bekannt gegeben. In einem »letter of intent« setzen sie sich dabei vor allem für einen Ausbau der intersektoralen Kommunikation zwischen den Leistungserbringern auf Basis der Telematikinfrastruktur (TI) ein. Gleichzeitig fordern sie, dass neue Technologien in die Weiterentwicklung der TI einfließen sollen. Auch brauche es deutschlandweit einheitliche Standards und Schnittstellen bei der elektronischen Patientenakte.

 

Primär gelte es, den sicheren Austausch zwischen den ambulant tätigen Ärzten sowie den Apothekern in einem heilberuflichen Netzwerk stärker vo­ranzutreiben, heißt es in dem Papier. Es müsse schnellstmöglich zu einer verbesserten, aber sicheren direkten elektronischen Kommunikation zwischen Heilberuflern kommen, damit die Arzneimitteltherapiesicherheit gerade im Falle von Polymedikation verbessert wird. Der bundesweite Medikationsplan sei nur ein erster Schritt und nicht ausreichend.

 

»E-Health darf nicht nur ein Schlagwort sein, sondern muss die Heilberufe unterstützen und Nutzen für die Patienten stiften«, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. »Ärzte und Apotheker wollen deshalb die Zukunft gemeinsam gestalten.« /

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