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Lieferservice

Arzneimittel per Drohne

01.10.2014
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Von Daniel Rücker / Die Seehund-Apotheke auf der Nordseeinsel Juist wird demnächst per Drohne aus der Luft mit Notfallmedikamenten versorgt. Nach Angaben von DHL steht der Start des Projektes unmittelbar bevor.

Im Jahr 2013 hatte die Post bereits erste Tests mit einer Arzneimitteldrohne in Bonn gemacht. Damals musste das unbemannte Flugobjekt allerdings nur den Rhein überqueren, um von der DHL-Zentrale zur Test-Apotheke zu gelangen. In dem nun geplanten Test soll die Drohne 12 Kilometer zurücklegen.

Der Flug wird von einem Autopiloten gesteuert. Menschliches Versagen soll so vor allem bei Start und Landung ausgeschlossen werden. Ihre Einsatzzeiten wird die Drohne vor allem dann haben, wenn Flugzeuge nicht fliegen und Schiffe nicht fahren. Die Flughöhe gibt DHL mit 50 Metern an. Die Reisegeschwindigkeit mit 18 Metern pro Sekunde, das wären immerhin knapp 60 Stundenkilometer. Mit maximal 1,2 Kilogramm ist die Zuladung bescheiden.

 

Vom Drohnen-Regelbetrieb ist die Post deshalb noch weit entfernt. Konkrete Pläne gebe es bislang nicht, schreibt DHL in einer Stellungnahme. Aktuell solle erst einmal festgestellt werden, ob der Einsatz von Drohnen technisch realisierbar und ökonomisch sinnvoll ist. Kurzfristig können sich Inselbewohner und Urlauber in jedem Fall über den Test freuen. Sobald es losgeht, soll für sie auf der DHL-Website eine Bestellmöglichkeit eingerichtet werden.

 

In einem Beitrag des NDR äußert sich der Leiter der Seehund-Apotheke, Erich Hrdina, euphorisch über den Test. In den Wintermonaten sei die Insel wetterbedingt oftmals über einen längeren Zeitraum vom Festland abgeschnitten. Dann könne die Drohne gute Dienste leisten. Außerdem könne ein Patient, der nachmittags ein Medikament bestelle, noch am selben Tag versorgt werden. Das sei derzeit kaum möglich. /

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