Pharmazeutische Zeitung online
Lomitapid

IQWiG sieht keinen Zusatznutzen

23.09.2015
Datenschutz bei der PZ

Von Annette Mende / Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in seiner Überprüfung des Herstellerdossiers keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen des Lipidsenkers Lomitapid (Lojuxta®) gefunden.

 

Der Arzneistoff, der seit Juli 2013 auf dem Markt ist, wirkt über eine selektive Hemmung des mikrosomalen Triglycerid-Transferproteins (MTP) in Leber- und Darmzellen. Er darf als Zusatztherapie bei Erwachsenen mit homozygoter familiärer Hypercholesterolämie (HoFH) eingesetzt werden, bei denen eine Diät und andere Arzneimittel den Cholesterolspiegel nicht ausreichend senken.

 

HoFH ist eine sehr seltene erbliche Stoffwechselerkrankung. Betroffene haben einen übermäßig hohen LDL-Cholesterolspiegel, den man im Rahmen der Standardtherapie zunächst mit Lipidsenkern und dann, bei nicht ausreichender Wirksamkeit, zusätzlich mit einer LDL-Apherese mittels Blutwäsche zu senken versucht. Ob die zusätzliche Anwendung von Lomitapid Patienten einen Zusatznutzen bietet, lässt sich laut IQWiG aus den eingereichten Daten nicht ableiten. Hersteller Aegerion Pharmaceuticals habe weder direkt vergleichende Studien noch einen indirekten Vergleich vorgelegt, sondern lediglich einen Vorher-Nachher-Vergleich. Diesen hält das IQWiG jedoch für inadäquat. /

Mehr von Avoxa