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Neues zum Thromboserisiko oraler Kontrazeptiva

24.09.2013
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Von Kerstin A. Gräfe / Dass kombinierte orale Kontrazeptiva das Risiko für venöse Thromboembolien erhöhen, ist hinlänglich bekannt. Niederländische Forscher konnten nun aufzeigen, dass dieses Risiko je nach Wahl des Gestagens und der Dosis des Estrogens variiert. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin »British Medical Journal« (doi: 10.1136/bmj.f5298).

Das Team um Dr. Olaf Dekkers von der Universität Leiden in den Niederlanden verglich in einer Netzwerk-Metaanalyse 26 Studien miteinander. Das Ergebnis: 20 oder 30 µg Ethinylestradiol in Kombination mit Levonorgestrel beeinflussten das Risiko nicht. Dagegen erhöhte sich das Risiko in Kombination mit Desogestrel, wenn die Präparate 30 statt 20 µg Ethinylestradiol enthielten.

Eine Erklärung haben die Forscher bislang nicht. Sie vermuten, dass Desogestrel die bekannten Wirkungen von Estrogen auf die Blutgerinnungskaskade wie Erhöhung des Faktor VIII und Reduktion von Antithrombin anderweitig modifiziert als Levonorgestrel.

 

Zur Verhütung sollten lediglich Präparate mit Levonorgestrel und 30µg Ethinylestradiol verschrieben werden, lautet die Schlussfolgerung der Wissenschaftler. Sie weisen zudem darauf hin, dass mit der Implantation eines Intrauterinsystems mit Levonorgestrel eine hinsichtlich des Thromboembolie-Risikos unbedenkliche Alternative zur Verfügung steht. /

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