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Hilfsorganisation

Feldapotheke im Messeeinsatz

24.09.2013  18:16 Uhr

Von Stephanie Schersch / Die Hilfsorganisation Apotheker ohne Grenzen (AOG) versorgt Menschen in Krisenregionen mit den wichtigsten Arzneimitteln. Auf der Expopharm stellte sie eine Feldapotheke vor, wie sie im Ausland zum Einsatz kommt.

Die Besucher der Messe bekamen einen Eindruck davon, wie die Arbeit der Apotheker im Kriseneinsatz aussieht: Auf einem dunklen Metalltisch reihen sich braune und weiße Plastikdosen aneinander. Sie enthalten die klassischen Schnelldreher, wie AOG-Projektkoordinatorin Carina Vetye-Maler sagt. Gleich dahinter werden die Tabletten je nach Diagnose und Verordnung des Arztes für den Patienten in kleine Tüten gefüllt. Metallkisten mit weiteren Medikamenten stapeln sich an der Wand hinter dem Tisch. Mehr umfasst die Feldapotheke eigentlich nicht – sie ist aber auch gerade einmal vier Quadratmeter groß.

Die besonderen Herausforderungen im Auslandseinsatz kennt Vetye-Maler aus eigener Erfahrung. Oftmals müssten am Tag mehr als 200 Patienten versorgt werden. Vielen von ihnen sei die westliche Medizin unbekannt. Die Skepsis sei daher zunächst einmal groß. Die Menschen könnten häufig weder lesen noch schreiben, hinzu kämen Sprachbarrieren. Umso wichtiger sei die Aufklärung der Patienten mithilfe eines Dolmetschers. »Wenn ich dem Patienten die Einnahme seiner Arzneimittel nicht eindeutig erkläre, ist die Arbeit des gesamten Gesundheits­teams umsonst«, so Vetye-Maler.

 

In Noteinsätze startet die Hilfs­organisation in der Regel mit einem von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Satz Arzneimittel. Das Kit enthält die nötigsten Medikamente für den Einsatz vor Ort, darunter Schmerzmittel, Antibiotika und Präparate zur oralen Rehydratation. Rund 10 000 Euro kostet ein solches Paket, das darauf ausgelegt ist, knapp 10 000 Menschen drei Monaten lang zu versorgen. Weitere Arzneimittel organisiert die Hilfsorganisation je nach Bedarf entweder vor Ort oder aus dem Ausland.

 

Gelagert werden die Medikamente übrigens nicht in der Feldapotheke selbst. Dafür gebe es in der Regel ein gesondertes Lager, das trocken, kühl und mindestens 30 Quadratmeter groß sein sollte, sagt Vetye-Maler. »Ob man diese Bedingungen im Einsatz­gebiet vorfindet, ist allerdings eine ganz andere Frage.« /

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