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Notfallversorgung

Neues Konzept soll Vernetzung fördern

20.09.2017
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dpa / Kassen- und Krankenhausärzte nehmen einen neuen Anlauf, um das ineffiziente Nebeneinander von ambulanter und stationärer Notfallversorgung von Patienten zu verbessern. Dazu legten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Marburger Bund (MB), die Gewerkschaft der zumeist in Kliniken angestellten Ärzte, ein Reformkonzept vor – für eine integrierte Notfallversorgung durch die rund 150 000 Praxisinhaber und die knapp 2000 Krankenhäuser.

 

KBV-Chef Andreas Gassen sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Bereitschaftsnummer der niedergelassenen Ärzte 116117 und die bisherige Notrufnummer des Rettungsdienstes 112 müssten stärker vernetzt werden. Patienten sollen bei dieser gemeinsamem medizinischen Anlaufstelle rund um die Uhr anrufen können und eine qualifizierte Ersteinschätzung bekommen, damit sie »ohne Umwege in die für sie passende Versorgungsebene kommen«, erläuterte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke.

 

Wenn dann jemand kein akutes Problem habe, werde versucht, ihm einen Termin bei einem Haus- oder Facharzt zu verschaffen. Sei aber jemand am Telefon, »der mir den Eindruck vermittelt, der hat einen Herzinfarkt, dann wird die Leitstelle sofort den Rettungswagen auf den Weg schicken«, ergänzte Gassen und verwies auf einen entsprechenden Modellversuch in Baden-Württemberg.

 

Die Ersteinschätzung solle möglichst IT-gestützt und bundesweit einheitlich erfolgen, sagte Henke. »Wir stellen uns vor, dass wir eine einheitliche, standardisierte Ersteinschätzung der Patienten erreichen, die an allen Anlaufstellen der Notversorgung gleich ist.« Das könne man mit medizinisch geschultem Personal machen. Im Zweifel könne ein Arzt hinzugezogen werden.

 

KBV-Chef Gassen forderte, dass die Bereitschaftsnummer der Kassenärzte bekannter werden müsse. »Wenn das nicht funktioniert, wird der Versicherte beim nächsten Mal wieder ins Krankenhaus stapfen. Hier sind wir natürlich auch gezwungen, zu liefern.« Nach einer KBV-Studie läuft fast die Hälfte der Befragten zu sprechstundenfreien Zeiten automatisch in die Krankenhausambulanzen – auch, weil etwa 70 Prozent die bundesweite Rufnummer 116117 nicht kennen. /

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