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Warenwirtschaft

Die digitale Apotheke 4.0

20.09.2017  10:26 Uhr

Ein vollautomatisches und auto­nomes Warenwirtschaftssystem: Das Unternehmen Pharmatechnik präsentierte diese Neuheit dieses Jahr auf der Expopharm in Düsseldorf. Das selbstlernende System soll das Warenlager optimieren, die Lieferfähigkeit verbessern, die Besorgerquote senken und somit dem Apothekenpersonal Zeit ersparen.

 

»In Kalifornien gibt es bereits Autos, die autonom fahren. Etwas Vergleichbares haben wir für die Warenwirtschaft in der Apotheke entwickelt«, berichtete Pharmatechnik-Gründer Detlef Graessner auf einer Presse­veranstaltung. 

 

Drei Jahre lang habe das Unternehmen mit einem Experten für künstliche Intelligenz zusammengearbeitet, um die Software IXOS RX 4.0 zu entwickeln. Ein Algorithmus analysiert alle nötigen Daten von Patienten, vom Warenlager und etwa von Rabattverträgen und deren Änderungen. Entsprechend der Ana­lyse kauft das System ein, steuert das Sortiment und macht Preise – vollkommen autonom. Ein Eingriff des Apothekenpersonals ist nicht mehr nötig, aber jederzeit möglich.

 

Das System lernt dabei ständig hinzu und kann laut Aussagen von Pharma­technik die Lieferfähigkeit verbessern und damit die Zahl der Besorgungen reduzieren und die Lagerbreite verringern. »Das spart Ärger und Geld«, sagte Lars Polap von Pharmatechnik. Ebenso wie beim autonom fahrenden Automobil spielt auch bei einem autonomen, vollautomatischen Warenwirtschaftssystem das Vertrauen eine große Rolle, machte er deutlich. Daher gibt es bei Apotheken, die dieses System einführen, eine Übergangsfrist, in der die Mitarbeiter die einzelnen Vorschläge des Systems prüfen und annehmen oder ablehnen können. Nach einer ­Weile stelle sich dann ein Vertrauen in das System ein, und es werde dann auf auto­nomes Arbeiten umgestellt, berichtete Polap.

 

Bislang in elf Apotheken

 

Seit Februar ist IXOS RX 4.0 verfügbar. Elf Apotheken in Deutschland arbeiten bereits mit dem autonomen System. Mit Erfolg, wie Polap berichtete. Die Daten von Nutzern zeigten, dass bis zu 2000 Besorgungen pro Monat eingespart werden können. Das lässt sich auch an der Frequenz erkennen, die in Apotheken, die mit diesem System ­arbeiten, sank. Patienten, die beim ersten Besuch versorgt werden konnten, mussten kein weiteres Mal wiederkommen.

 

Das Produkt stieß auf der Messe bei den Besuchern auf großes Interesse, berichtete Graessner. »Viele Apotheker sind erstaunt, dass so etwas schon technisch möglich ist.« /

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