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Antibiotika in der Tiermast

EU will Einsatz begrenzen

15.09.2014
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Von Ev Tebroke / Zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen will die EU-Kommission künftig schärfere Regeln in der Tiermedizin einführen. Dies sehen zwei Gesetzentwürfe vor, die vergangene Woche von der Kommission in Brüssel verabschiedet wurden.

So soll der Einsatz bestimmter Antibiotika, die für den Menschen lebenswichtig sind, in der Tiermedizin verboten werden können. Zudem ist vorgesehen, die Regeln für Tierarzneimittel der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten stärker zu harmonisieren. Darüber hinaus soll es beispielsweise künftig verboten sein, Arzneifuttermittel präventiv oder als Wachstumsförderer zu verwenden.

 

Bei den beiden Gesetzentwürfen gehe es im Wesentlichen um die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere, so EU-Gesundheitskommissar Toni Borg. »Sie bedeuten jedoch auch für die menschliche Gesundheit einen entscheidenden Schritt nach vorne, da die ein­zuführenden Maßnahmen zur Bekämpfung der wachsenden Gefährdung durch Antibiotikaresistenz beitragen und gleichzeitig die Wirksamkeit der Antibiotika sowohl für Mensch als auch Tier erhalten werden.«

 

Nach Angaben des gesundheitspolitischen Sprechers der Christdemokraten im EU-Parlament, Peter Liese, besteht zudem für Halter mancher Tierarten das Problem, dass zu wenig Arzneimittel auf dem Markt sind. Davon seien besonders Arten betroffen, die in der Tierhaltung wirtschaftlich eine geringe Bedeutung spielen, wie beispielsweise Truthähne, Fische, aber auch Pferde. Deshalb solle es künftig für Pharmaunternehmen Anreize geben, hier spezielle Arzneimittel zu entwickeln.

 

Über die Vorschläge müssen nun das Europäischen Parlament und der Ministerrat beraten. Mit einer Verabschiedung durch die Gesetzgeber ist laut Liese in ein bis zwei Jahren zu rechnen. /

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