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Lieferschwierigkeiten bei Radiopharmaka

09.09.2008
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Lieferschwierigkeiten bei dpa / Wegen eines Lieferengpasses bei radioaktiven Diagnosemitteln muss nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner in Deutschland jede zweite derartige Untersuchung auf bestimmte Krebs-, Schilddrüsen- und Herzerkrankungen voraussichtlich verschoben werden. Nur noch Notfälle könnten in den nächsten Wochen behandelt werden, sagte Geschäftsführer Manfred Gaillard. Ursache ist der Ausfall eines Reaktors in den Niederlanden. Der Engpass soll drei bis vier Wochen andauern. Warten müssten zum Beispiel Patienten, bei denen der Hausarzt leichte Unregelmäßigkeiten beim EKG entdeckt habe. Die radioaktiven Substanzen für die Szintigrafie könnten kaum geliefert werden. Mit dieser Methode kann zum Beispiel der Blutfluss im Herzmuskel untersucht werden. Der Engpass betreffe hier das eingesetzte Molybdän 99, das in Technetium 99m zerfällt, ein Isotop mit einer Halbwertzeit von nur sechs Stunden. Die Nuklearmedizin sei hier auf wöchentliche Lieferungen angewiesen. Mangel herrsche auch bei der Radiosynoviorthese, bei der radioaktives Rennium oder Yttrium zur Verödung von Nerven in degenerative Gelenke gespritzt werde, um Schmerzen zu lindern.

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