Pharmazeutische Zeitung online
Kinder

Zu viel Sport schadet den Knochen

30.08.2013  19:42 Uhr

Von Annette Mende / Übertriebener sportlicher Ehrgeiz im Kindes- und Jugendalter kann sich später bitter rächen. Denn neben akuten Verletzungen wie Brüchen, Zerrungen und Prellungen drohen bleibende orthopädische Schäden, wenn Heranwachsende zu viel trainieren.

Sport im Kindesalter ist zwar für eine gesunde Entwicklung unverzichtbar, es kommt aber auf das richtige Maß an. Das macht die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie im Vorfeld ihrer Herbsttagung in einer Pressemitteilung deutlich. Bis zur Hälfte aller Schäden durch Sport sei bei Kindern und Jugendlichen die Folge von zu viel und zu intensivem Training. Mögliche Langzeitfolgen sind verformte Füße, Schultern und Gelenke, Wachstumsstörungen oder Wirbelgleiten.

»Gerade in der Pubertät macht der Körper einen erneuten deutlichen Wachstumsschub«, so Professor Dr. Peter Schmittenbecher vom Klinikum Karlsruhe. Ausreichende Ruhe- und Erholungszeiten seien daher wichtig, um die im Wachstum befindlichen Knochen, Sehnen und Gelenke nicht zu gefährden. Zu hohe Belastungen führten zu vielen kleinen, für das Auge nicht sichtbaren Verletzungen, sogenannten mikrotraumatischen Überlastungsverletzungen. Dieses Risiko birgt laut Schmittenbecher prinzipiell jede Sportart, die in dieser Lebensphase im Übermaß und ohne Ausgleich betrieben wird. Besonders gefährdet seien aber junge Turner, Schwimmer und Langstreckenläufer.

 

Ein abwechslungsreicher Trainingsplan und ein geeignetes Umfeld, beispielsweise gute Schuhe und ein gedämpfter Hallenboden, seien wichtig, um Akut- und Spätschäden vorzubeugen. Heranwachsende sollten zudem höchstens drei bis vier Stunden täglich trainieren, mindestens zwei Ruhetage pro Woche einlegen und sich nicht zu früh auf eine bestimmte Sportart spezialisieren. Ob diese Vorschläge bei ehrgeizigen Eltern und Trainern junger Sportler Gehör finden, ist allerdings fraglich. Schmittenbecher warnt: »Die meisten Kinder sind von Natur aus nicht zum Ausnahmeathleten gemacht. Für den Versuch, dies zu erzwingen, zahlt ihr Körper einen hohen Preis.« /

Mehr von Avoxa