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Apothekengründung

Frauen werden mutiger

30.08.2017  11:08 Uhr

Von Anna Pannen / Apothekerinnen wagen immer häufiger den Schritt in die Selbstständigkeit und gründen eine eigene Offizin. Das hat eine Analyse der Apobank ergeben. Sie nehmen dabei allerdings weniger Geld in die Hand als ihre männlichen Kollegen. Auch trauen sich Männer sehr viel öfter eine Filialgründung zu.

Pharmazeutinnen eröffnen etwas häufiger Apotheken als noch vor einigen Jahren. Das ist einer Analyse der Apobank zu entnehmen. Das Geldinstitut hat dafür 230 der von ihm finanziell begleiteten Apothekengründungen ausgewertet.

Demnach waren im vergangenen Jahr 58 Prozent der Apothekengründer Frauen. 2014 waren es nur 54 Prozent gewesen. Allerdings scheinen sich nach wie vor viele Pharmazeutinnen gegen die Apothekengründung zu entscheiden: Schließlich sind in Deutschland mehr als 70 Prozent der Pharmaziestudierenden weiblich.

 

Apothekerinnen investieren auch weniger Geld als ihre männlichen Kollegen, wenn sie eine Apotheke übernehmen. Zwar waren sie laut Apobank 2016 mit durchschnittlich 493 000 Euro pro Übernahme schon investitionsfreudiger als noch 2014 (400 000 Euro). Männliche Apotheker aber geben bei einer Übernahme im Schnitt 628 000 Euro aus. Auch gehen Männer weit häufiger auf Expansionskurs: Von den Pharmazeuten, die 2016 eine Filialapotheke gegründet haben, waren 73 Prozent Männer. Apothekerinnen scheinen sich hier mit den Jahren stetig weniger zuzutrauen, denn sie eröffnen immer seltener Filialen. 2014 lag der Frauenanteil unter den Filialgründern noch bei 46 Prozent, inzwischen sind es nur noch 27 Prozent.

 

Geschlechtsübergreifend ist der durchschnittliche Apothekengründer 38 Jahre alt. Die meisten Gründer (54 Prozent) eröffnen ihre Apotheke im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. Allerdings scheinen sich besonders Apothekerinnen auch in fortgeschrittenem Alter noch viel zuzutrauen. 15 Prozent von ihnen gründeten 2016 noch mit mehr als 50 Jahren eine Offizin. Bei den Männern waren es nur 2 Prozent. /

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