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Bromocriptin

restriktiver Einsatz bestätigt

26.08.2014  16:36 Uhr

Von Kerstin A. Gräfe /  Der Prolaktinhemmer Bromocriptin soll nicht mehr routinemäßig zum Abstillen eingesetzt werden.

 

Dieser Ansicht ist auch der zweite Ausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die Coordination Group for Mutual Recognition and Decentralised Procedures (CMDh). Er folgte damit der Empfehlung des Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC).

 

Demnach soll das Mutterkornalka­loid-Derivat nur zum Abstillen eingesetzt werden, wenn zwingende medizinische Gründe vorliegen, zum Beispiel wenn die Mutter aufgrund einer HIV-infektion nicht stillen soll oder wenn nach einem Verlust des Babys während oder kurz nach der Geburt weitere seelische Belastungen zu vermeiden sind. Nicht mehr angewendet werden soll der Arzneistoff zum routinemäßigen Abstillen. Zudem ist Bromocriptin bei Frauen, bei denen ein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen besteht, kontra­indiziert. Dazu gehören ein erhöhter Blutdruck, Herzerkrankungen oder schwere psychiatrische Störungen.

 

Die Neubewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses basiert auf einer Forderung der französischen Aufsichts­behörde (ANSM). Diese hatte gemeldet, dass die Einnahme von Bromocriptin mit seltenen, aber schweren Ereignissen wie kardiovaskulären, neurologischen und psychiatrischen Effekten bis hin zu Todesfällen assoziiert sei. /

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