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Impfkalender überarbeitet

STIKO empfiehlt Rotavirus-Impfung

27.08.2013
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat den Schutz vor Rotaviren in ihre Impfempfehlungen aufgenommen. Die überarbeiteten Empfehlungen veröffentlichte die Kommission nun im »Epidemiologischen Bulletin« 34/2013. Neuerungen gab es auch bezüglich der Hepatitis-B- und der Grippeimpfung.

Neu in den Impfkalender aufgenommen hat die STIKO die Rotavirus-Schutzimpfung für Säuglinge. Diese Schluckimpfung umfasst je nach Hersteller zwei beziehungsweise drei Dosen. Die Impfserie sollte im Alter von sechs bis zwölf Wochen beginnen und je nach Impfstoff bis zur vollendeten 24. oder 32. Lebenswoche beendet sein. Die Impfung kann zusammen mit anderen Standardimpfungen des Säuglingsalters erfolgen. Die STIKO empfiehlt, die Impfserie möglichst frühzeitig zu beginnen. Grund ist ein möglicherweise geringfügig erhöhtes Risiko für Darminvaginationen, das mit dem Alter der Impflinge zunimmt.

Ausschlaggebend für die neue Empfehlung ist vermutlich die hohe Krankheitslast. Rotaviren sind die häufigste Ursache von Magen-Darm-Infektionen bei Kindern unter fünf Jahren. Jährlich mussten bislang etwa 20 000 Kinder in Deutschland wegen einer Infektion mit den Erregern im Krankenhaus behandelt werden. Eine ausführliche Begründung ihrer Entscheidungen wird die STIKO im Epidemiologischen Bulletin 35/2013 veröffentlichen.

 

Bei der Hepatitis B-Impfung hat die STIKO die Dauer des Impfschutzes mit Hilfe einer systematischen Literatur­übersicht über die weltweit verfügbaren Daten bewertet. Aus den Daten ließe sich ableiten, dass nach einer in der Kindheit oder im Erwachsenenalter erfolgreich durchgeführten Grundimmunisierung im Allgemeinen keine Auffrischimpfung notwendig ist. Bislang wurde eine Auffrischung alle zehn Jahre empfohlen. Dennoch sollte wie bisher eine serologische Kontrolle des Impferfolgs erfolgen. Die STIKO hat außerdem die in der bisherigen Hepatitis B-Impfempfehlung aufgeführten acht Indikationsgruppen in drei Indikationsgruppen zusammengefasst.

 

Eine Neuerung gibt es auch bezüglich der Grippeimpfung. Hier empfiehlt die STIKO nun, bei Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren, bei denen wegen einer Grundkrankheit eine Impfung notwendig ist, den per Nasenspray applizierten Impfstoff zu verwenden. Dieser ist bei Kindern wirksamer und soll durch die einfache Applikation auch die Akzeptanz der jährlich zu wiederholenden Influenza-Impfung erhöhen. Im Vergleich zum Vorjahr wird die Influenza-Impfung nun allen Personen empfohlen, die eine Risikoperson betreuen, egal ob diese geimpft ist oder nicht. Grund ist, dass die Influenza-Impfung keinen 100-prozentigen Schutz bietet. Das gilt insbesondere für ältere oder immungeschwächte Menschen, die somit auch bei Impfung indirekt von einem Impfschutz des Betreuers profitieren. /

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