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Lucentis

Novartis muss Antrag umstellen

27.08.2013
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dpa / Der langwierige Streit zwischen dem Pharmakonzern Novartis und dem Pharmahersteller Aposan um das Umfüllen eines Arzneimittels in kleinere Dosen ist vor dem Hamburger Landgericht am vergangenen Dienstag vorerst in einem Beschluss gemündet.

 

Die Unterlassungsanträge von Novartis seien unbegründet, da sie ein Totalverbot der Portionierung fordern, wie aus dem rechtlichen Hinweis hervorgeht. Das Begehren des Schweizer Konzerns berücksichtige nicht eine Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshof vom April. Demnach ist die Geschäftspraxis ohne neue EU-Zulassung erlaubt, sofern das Präparat beim Umfüllen nicht verändert wird und dies nur in Einzelfällen auf Rezept geschieht.

 

Novartis müsse den Antrag nun umstellen und in einer neuen Fassung bis zum 23. September beim Gericht einreichen, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Steinmetz. Das Aposan-Tochterunternehmen Apozyt portioniert eine größere Dosis des Augenmittels Lucentis gegen altersabhängige Makuladegeneration in kleinere und billigere Fertigspritzen um, ohne aber die Zusammensetzung zu verändern. Lucentis wird in Durchstechflaschen mit einem Inhalt von 0,23 Millilitern vertrieben – tatsächlich wird pro Behandlung jedoch nur etwa ein Fünftel dieser Menge benötigt. Der Prozess wird am 8. Oktober fortgesetzt. Ein Urteil darüber, ob das »Auseinzeln« rechtens ist, gilt für ähnliche Fälle als wegweisend. /

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