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Mehr Fehlzeiten durch Suchterkrankungen

27.08.2013
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von Ev Tebroke / Laut Fehlzeiten-Report 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ist die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Suchtproblemen in den letzten zehn Jahren um rund 17 Prozent auf 2,42 Millionen Fehltage gestiegen.

 

Die Hauptursachen sind demnach Alkoholkonsum und Rauchen. Nach Angaben der Experten nimmt aber auch der Gebrauch von leistungssteigernden Substanzen wie Amphetaminen am Arbeitsplatz stark zu.

 

»Die Sucht ruiniert nicht nur die Gesundheit der Betroffenen, sondern sie hat auch Folgen für unsere Wirtschaft«, sagte AOK-Vorstand Uwe Deh bei der Vorstellung des Reports in Berlin. Arbeitnehmer, die mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Suchterkrankung aufwiesen, hätten im Schnitt drei Mal so lange Arbeitsunfähigkeitszeiten wie Beschäftigte, die aus anderen Gründen krankgeschrieben würden.

 

Die meisten Fehltage sind der Studie zufolge zwar auf den Konsum von traditionellen Suchtmitteln wie Alkohol und Tabak zurückzuführen. Neue Süchte wie das sogenannte Gehirndoping durch leistungssteigernde Substanzen seien aber erkennbar auf dem Vormarsch. »Um berufliche Stresssituationen zu bewältigen, haben nach unserer Befragung immerhin fünf Prozent der Arbeitnehmer in den letzten zwölf Monaten Medikamente wie beispielsweise Psychopharmaka oder Amphetamine zur Leistungssteigerung bei der Arbeit eingenommen«, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des WIdO, Helmut Schröder. Bei den Unter-30-Jährigen treffe dies immerhin auf jeden Zwölften zu. AOK-Vorstand Deh forderte daher eine Erweiterung des Präventionsleitfadens. Darin werden die Aktivitäten der Kassen bei der Krankheitsvorbeugung definiert. Im Moment kämen hier nur Tabak und Alkoholsucht als Themen vor, so Deh. / 

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