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Gesundheitsreport

Je nach Beruf viele Fehltage

30.11.2016
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Von Jennifer Evans / Der Beruf beeinflusst die Krankheitszeiten eines Beschäftigten. Das zeigen die jüngsten Auswertungen von 9,3 Millionen Versichertendaten des BKK-Gesundheitsreports 2016 mit dem Thema »Gesundheit und Arbeit«.

Arbeitnehmer fielen dem am Dienstag vorgestellten BKK-Report zufolge im Jahr 2015 durchschnittlich 16 Tage krankheitsbedingt aus. Das ­entspricht einem Krankenstand von 4,4 Prozent. Laut BKK sind Reinigungskräfte mit 23  Fehltagen im Schnitt doppelt so lange krank wie Beschäftigte im IT-Bereich.

Spitzenreiter bei den jährlichen Arbeitsunfähigkeitstagen sind Beschäftigte der sogenannten Wirtschaftsgruppe der Postdienste mit durchschnittlich 26,2 Tagen. Dagegen sind Arbeitnehmer bei Verlagen und Medien nur 9,6 Tage durchschnittlich krank – zwei Drittel weniger.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass bei körperlich belastenden Tätigkeiten Fehlzeiten meist aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen entstehen. Bei Berufen mit hoher emotionaler Belastung wie etwa im Gesundheitsbereich fehlen Arbeitnehmer meist wegen psychischer Störungen. Altenpfleger weisen mit Abstand die meisten Fehltage (4,5 Tage) aufgrund psychischer Störungen auf. Fast jeder Zehnte von ihnen erhielt 2015 mindestens einmal ein Antidepressivum. Genauso hoch ist der Anteil bei Beschäftigten in Hauswirtschaft und Verbraucherberatung.

 

Auch Leiharbeit wirkt sich laut Report auf die Gesundheit aus. Rund 1,7 Tage fehlten Leih- oder Zeitarbeiter im Jahr 2015 länger als Beschäftigte mit einem regulären Arbeitsverhältnis. Dabei gab es Unterschiede: Leiharbeiter in Fertigungs-, Verkehrs- und Logistikberufen haben weniger Fehltage als dortige Festangestellte. Umgekehrt ist es bei Berufen aus den Bereichen Gesundheit, Reinigung und Bau. /

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