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Analogpräparate

KV Hessen empfiehlt preiswerte Alternativen

28.08.2007
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Analogpräparate

KV Hessen empfiehlt preiswerte Alternativen

Von Daniel Rücker 

 

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hat sich schon immer intensiv um die Arzneimittelverordnungen ihrer Mitglieder gekümmert. Jetzt setzt sie noch einen oben drauf und lässt sich auch nicht von schlechten Erfahrungen anderer beeindrucken.

 

Die Kassenärzte in Hessen können sich bei der Arzneimittelauswahl nun auch auf eine Liste stützen, in der preiswerte Alternativen zu 70 von ihrer KV als Analogpräparate bezeichneten Medikamenten aufgeführt sind. Die Berufsorganisation hat die Liste in der vergangenen Woche an die niedergelassenen Ärzte des Bundeslandes verschickt. Mit einer ähnlichen Liste hatte sich im vergangenen Jahr die KV Nordrhein erheblichen Ärger eingehandelt. Zahlreiche Pharmahersteller hatten dagegen geklagt, dass ihre Präparate als Me-toos eingeordnet worden waren. Die KV blieb jedoch standhaft und konnte sich mit ihrer Liste auch vor Gericht weitgehend durchsetzen.

 

Die hessischen Kassenärzte rechnen ebenfalls mit Widerstand: »Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir uns mit der Liste keine Freunde bei den betroffenen Pharmaunternehmen machen werden«, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Hessen, Dr. Gerd W. Zimmermann. Die Erfahrungen in Nordrhein hätten gezeigt, dass einzelne Pharmaunternehmen »höchst allergisch darauf reagieren, wenn man ihnen nachweist, dass nicht alle der neu eingeführten Präparate tatsächlich innovativ sind«. In Nordrhein hatte eine zweistellige Zahl von Unternehmen einstweilige Verfügungen beantragt und gegen die Liste geklagt.

 

Ärzte wollen Reserven nutzen

 

Zimmermann hält den Schritt dennoch für richtig. Die Kassenärzte dürften nur einen bestimmten Anteil an Analogpräparaten verordnen. Damit dieser nicht überschritten werde, müssten alle Effizienzreserven genutzt werden. Von Drohgebärden werde sich die KV nicht abschrecken lassen.

 

In Hessen steht die Arzneimitteltherapie schon lange im Fokus der Sparbemühungen. Traditionell liegt das Bundesland mit seinen Arzneimittelausgaben unter dem Bundesdurchschnitt. Dies gilt auch für das laufende Jahr. Im ersten Halbjahr 2007 stiegen die Arzneimittelausgaben nur um 5 Prozent. Das lag deutlich unter den 5,7 Prozent, die im gesamten Bundesgebiet erreicht wurden. Die Liste steht unter www.kvhessen.de im Netz.

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