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Herzinfarkt erhöht Diabetesrisiko

28.08.2007
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Herzinfarkt erhöht Diabetesrisiko

Von Christina Hohmann

 

Diabetes erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt. Aber auch das Umgekehrte trifft zu: Patienten nach einem Herzinfarkt entwickeln deutlich häufiger eine gestörte Glucosetoleranz oder Diabetes als die Normalbevölkerung.

 

Seit Ende der 1960er-Jahre gibt es die Vermutung, dass die Stressreaktion, die der Körper bei einem Herzinfarkt durchläuft, den Glucosestoffwechsel ungünstig verändert. Um diesen Zusammenhang genauer zu untersuchen, rekrutierten Dr. Darish Mozaffarian von der Harvard Medical School in Boston und Dr. Roberto Marchioli vom Consorzio Mario Negri Sud in Italien insgesamt 8291 italienische Patienten. Diese hatten in den vergangenen drei Monaten einen Herzinfarkt erlitten und waren nicht an Diabetes erkrankt. In regelmäßigen Abständen untersuchten die Mediziner die Patienten auf gestörte Glucosetoleranz (Prädiabetes) und Diabetes-Neuerkrankungen. Außerdem erhoben sie Daten zum Body-Mass-Index, zu anderen Risikofaktoren, Ernährungsgewohnheiten und Medikation.

 

Ein Drittel der Patienten hatten innerhalb von 3,5 Jahren eine gestörte Glucosetoleranz oder Diabetes entwickelt, berichten die Forscher im Fachjournal »The Lancet« (370, Seite 667 bis 675). Die Herzinfarkt-Patienten hatten ein um den Faktor 4,5 erhöhtes Diabetesrisiko gegenüber der Normalbevölkerung (3,7 Prozent gegenüber 0,8 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit, eine gestörte Glucosetoleranz zu entwickeln, war um das 15-fache erhöht (27,5 versus 1,5 Prozent). Zusätzliche Risikofaktoren für Prädiabetes beziehungsweise Diabetes waren ein höheres Alter und hoher Blutdruck.

 

In einem begleitenden Kommentar erklärt der Experte Dr. Lionel Opie von der University of Cape Town, Südafrika, dass die Ergebnisse der Studie den Zusammenhand zwischen Herzinfarkt und Hyperglykämie (erhöhte Blutzuckerwerte) bestätigen: »Eines bedingt das andere.«

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