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Rezepturanfertigung

Gut geplant ist halb gewonnen

17.08.2017  16:14 Uhr

Unverzichtbares Alleinstellungsmerkmal nennen es die einen, schlicht Zuschussgeschäft die anderen. Sicher ist: Nicht alles, was Patienten benötigen, steht als Fertigarzneimittel zur Verfügung. Und die Anforderungen an Rezepturarzneimittel sind hoch.

Mit einigen Vorträgen und einer Podiums­diskussion ist das Themenspektrum Rezeptur auf der Pharma-World vertreten. In allen Fällen geht es um praxisnahe Möglichkeiten einer Apothekenrezeptur im Alltag, wie etwa Tipps und Tricks für die Herstellung halbfester Zubereitungen, häufige Fehler in der Kennzeichnung und wie man diese vermeidet sowie die wichtigsten Hygiene-Regeln.

Darüber, wie man Rezeptur-Abläufe gut strukturiert und so Reibungsverluste minimiert, informiert PTA und Rezeptur-Trainerin Ingrid Tieke. Wirtschaftlichkeits­reserven lassen sich zudem möglicherweise mithilfe technischer Möglichkeiten ausschöpfen, beispielsweise in einer vernetzten Dokumentation von Prüfungs- und Herstellungsschritten in Labor und ­Rezeptur, aber auch indem PTA über entsprechende Schnittstellen elektronische Waagen, Analysegeräte und Mischsysteme direkt ansteuern. Wie das geht, darüber informieren in ­ihrem Vortrag Christina Herrmann und Susanne Funke von Pharma4u.

 

Cannabis auf Rezept

 

Cannabisblüten von Patienten geraucht oder gedampft – während mancher eher einen therapeutischen Fortschritt sieht, denken andere vor ­allem an obskure Zeiten, in denen Asthma­zigaretten Anwendung fanden. Qualität der Ausgangsstoffe, Gehalt der gewünschten Inhaltsstoffe und Sicherheit der Dosierung sind nur drei Stichworte, über die gesprochen werden muss – auch und vor allem, wenn es um die ­Anwendung von Cannabisblüten durch den Patienten geht.

Fest steht: Der Eigen­anbau durch die Betroffenen wäre ein Schritt in die falsche Richtung gewesen. Mit seinem Vortrag zu den vielfältigen Herausforderungen für die Apotheke eröffnet Professor Dr. Theo Dingermann, Universität Frankfurt am Main, die Reihe der Pharma-World-Vorträge. Am Donnerstag widmet sich darüber hinaus eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz diesem Thema. Auf dem Podium: Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, Professor Dr. Henning Blume und Professor Dr. Theo Dingermann, Frankfurt am Main.

 

Arzneimittel mit Cannabis-Inhaltsstoffen gibt es jedoch schon viel länger, nicht zuletzt als Rezeptur-Arzneimittel mit dem Cannabinoid Dronabinol. Was es bei der Herstellung zu beachten gilt, erläutert Apotheker Dr. Christian Ude.

 

Informationen bietet außerdem der Aussteller Bionorica ethics. /

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