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Bei Diabetes und Darmkrebs am besten Metformin

22.08.2017  15:03 Uhr

Von Kerstin A. Gräfe / Das Antidiabetikum Metformin kann das Gesamtüberleben von Diabetikern mit Dickdarmkrebs verlängern, hat aber keinen Einfluss auf das krebsspezifische Überleben.

 

Das ist das Ergebnis einer Metaanalyse im Fachmagazin »Journal of Diabetes ­Research«, in der chinesische Forscher ein um 25 Prozent niedrigeres Sterbe­risiko im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Biguanid-Therapie ausmachen konnten (DOI: 10.1155/2017/5063239).

 

Diabetiker erkranken und sterben im Vergleich zu Nicht-Diabetikern häufiger an Darmkrebs. Ob sich die Einnahme von Metformin bei Darmkrebs günstig auswirkt, ist derzeit unklar; manche ­Studien fanden einen protektiven ­Effekt, in anderen wiederum ließ sich keine Assoziation nachweisen. Vor diesem Hintergrund analysierte ein Team um Fanqiang Meng vom China-Japan Friendship Hospital in Peking die Daten von rund 6100 an Dickdarmkrebs erkrankten Diabetikern, von denen zwei Drittel Metformin einnahmen. Die Auswertung zeigte, dass die Verwendung von Metformin im Vergleich zu keiner Verwendung mit einem verbesserten Gesamtüberleben assoziiert war: Die Hazard Ratio (HR) betrug 0,75. Beim krebsspezifischen Überleben war die Hazard Ratio zwar nur geringfügig ­höher (0,79), aufgrund eines größeren 95-Prozent-Konfidenzintervalls ließ sich daraus jedoch kein statistisch belegter Vorteil für die Patienten ableiten.

 

Die Forscher weisen auf zahlreiche Limitationen ihrer Untersuchung hin. So sei in den sieben eingeschlossenen Kohortenstudien zum Beispiel nicht ­berücksichtigt, ob zusätzlich zu Metformin Insulin oder Insulinanaloga zum Einsatz kamen. Des Weiteren sei den Studien nicht zu entnehmen, wie lange und welche Metformin-Dosierung die Teilnehmer anwendeten. Zudem habe der Tumorstatus in den einzelnen Studien stark variiert. Alles in allem schlussfolgern die Studienautoren, dass Metformin das bestmögliche Anti­diabetikum in der Behandlung von Diabetikern mit Dickdarmkrebs sein könnte. Dies müssten aber erst randomisierte klinische Studien belegen. /

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