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Arzneimittelausgaben

4 Prozent Plus

24.08.2016
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Von Jennifer Evans / Im ersten Halbjahr 2016 sind die Ausgaben der Kassen für Arzneimittel und Test-Diagnostika auf 18,3 Milliarden Euro (Apothekenverkaufspreis) geklettert.

 

Wie die kürzlich veröffentlichten Auswertungen des Marktforschungsinstituts IMS Health belegen, entspricht das einer Steigerung von 4,1 Prozent beziehungsweise 700 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unberücksichtigt seien in diesen Zahlen Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen.

 

Diese Summe kommt IMS Health zufolge durch Kostenzuwächse aufgrund innovativer, hochpreisiger Arzneimittel zustande. Demnach ergaben sich allein 18 Prozent der Steigerung aus dem Umsatzzuwachs bei direkten Faktor-Xa-Hemmern, die zur Prophylaxe von Thrombosen und Embolien bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz kommen. Jeweils 15 Prozent machen Proteinkinasehemmer und monoklonale Antikörpern in der Krebstherapie aus. TNF-Blocker zur Behandlung entzündlicher Krankheiten, etwa Morbus Crohn, der Psoriasis oder rheumatoide Arthritis, tragen mit 13 Prozent zur Steigerung im Gesamtmarkt bei.

 

Die Zahlen des Marktforschungsinstituts belegen auch: Hersteller und Apotheken entlasteten die Gesetzliche Krankenversicherung mit fast 2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2016. Durch Abschläge und Nachlässe liegen deren Einsparungen im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres 13 Prozent höher.

 

Davon entfällt auf Pharma­unternehmen der Löwenanteil von knapp 1,4 Milliarden, der aus Abschlägen, Rabatten durch Erstattungsbeträge und Nachlässe aufgrund des Preismoratoriums resultiert und sich nach Angaben von IMS Health durch die Steigerung sogenannter AMNOG-Präparate erklärt. Mit 571 Millionen Euro erhöhen sich die Apothekenabschläge um knapp 2 Prozent. Dieser Wert korrespondiert mit der Mengenentwicklung rezeptpflichtiger Präparate, auf die Apotheken einen Abschlag von 1,77 Euro pro Packung entrichten müssen. /

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