Pharmazeutische Zeitung online

Chikungunya-Impfstoff im Test

20.08.2014
Datenschutz bei der PZ

Von Daniela Biermann / In einer ersten Phase-I-Studie mit einem experimentellen Impfstoff gegen das Chikungunya­virus haben alle 25 gesunden Probanden lang anhaltend hohe Antikörpertiter gebildet.

 

Das berichten Wissenschaftler im Fachjournal »The Lancet« (doi: 10.1016/S0140-6736(14) 61185-5). Der Impfstoffkandidat enthält virusähnliche Partikel (VLP), jedoch kein Erbmaterial des Erregers. Bereits nach der ersten von drei Dosen zeigte die Mehrheit der Probanden eine Immun­antwort. Spätestens nach der zweiten Dosis hatten alle Probanden, auch bei niedrigster Dosis, ausreichend Antikörper gebildet, die sechs Monate später noch im Blut nachweisbar waren.

 

»Elf Monate nach der Impfung waren die Antikörper-Spiegel vergleichbar mit denen von Patienten, die sich von einer natürlichen Chikungunya-Infek­tion erholt hatten«, so Studienleiterin Dr. Julie Ledgerwood vom US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases. Das suggeriere, dass die VLP-Vakzine einen Langzeitschutz gegen das Virus bieten könne. Die Impfung hätte zudem eine Antikörperbildung gegen verschiedene Geno­typen des Virus bewirkt und könnte somit gegen mehrere Virenstämme wirksam sein. Da es sich um Viruspartikel und nicht um intakte Viren handelt, könnte die Produktion großer Impfstoffmengen vergleichsweise einfach und kostengünstig sein. Die Vakzine hat noch keinen Namen und läuft unter dem Kürzel VRC-CHKVLP059-00-VP. Insgesamt war die Impfung gut verträglich. Die Prüfärzte registrierten keine schweren Nebenwirkungen. Bei vier Teilnehmern kam es zu milden bis moderaten Symptomen in Form einer vorübergehenden Anstiegs des Leberenzyms Alanin-Aminotransferase und einem Abfall der Zahl der neutrophilen Granulozyten. / 

Mehr von Avoxa