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Trockene Pikrinsäure kann explodieren

20.08.2008  11:23 Uhr

Trockene Pikrinsäure kann explodieren

PZ / Für einigen Wirbel in Nordrhein-Westfalen sorgt derzeit die Chemikalie Pikrinsäure (Trinitrophenol). Medienberichten zufolge ist die auch in jedem Apothekenlabor vorrätig zu haltende Substanz in vielen Schulen nicht vorschriftsmäßig gelagert worden. In trockenem Zustand ist Pikrinsäure explosionsgefährlich und kann auf Reibung, Erwärmung und Schlag reagieren. Die beiden nordrhein-westfälischen Apothekerkammern haben ihren Mitgliedern das von der ABDA erstellte Merkblatt zum Umgang mit der Chemikalie zugesendet. Darin werden die Apotheker informiert, wie sie gegebenenfalls eine Risikominimierung ihrer Bestände vornehmen können. Wichtig ist, die Säure mit Wasser bedeckt zu lagern. Dann besteht keine Detonationsgefahr. Die Substanz kommt deshalb nur mit Wasser angefeuchtet in den Handel. Um einen Wassergehalt über 33 Prozent dauerhaft sicherzustellen, sind beim Bezug des Reagenzes Datum und die Gesamtmasse des Gefäßes auf dem Behältnis festzuhalten. Nach sechs Monaten ist dann die Masse der Substanz zu überprüfen, bei Bedarf Wasser zu ergänzen und durch Umdrehen des Behältnisses gleichmäßig zu verteilen. Wichtig: Falls die Substanz vorschriftswidrig in einem Gefäß aus Metall verpackt ist oder das Behältnis einen Metallverschluss hat, dürfen niemals irgendwelche Manipulationen an dem Behältnis vorgenommen werden, da sich hochexplosive Metallpikrate bilden könnten. Die Substanz muss dann in Abstimmung mit der zuständigen Überwachungsbehörde fachmännisch abtransportiert und entsorgt werden.

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