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IQWiG

Nutzen von Memantin nicht belegt

18.08.2008  16:11 Uhr

IQWiG

Nutzen von Memantin nicht belegt

PZ / Ob Patienten mit Morbus Alzheimer von einer Behandlung mit dem NMDA-Rezeptor-Antagonisten Memantin profitieren, bleibt vorerst unklar. So das vorläufige Fazit des Vorberichts des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Gleiches gilt für den potenziellen Schaden einer Memantin-Therapie.

 

Hintergrund der vorläufigen Schlussfolgerung sei die lückenhafte Datenlage. Zwar identifizierten IQWiG-Mitarbeiter sowie externe Sachverständige insgesamt 11 Studien, die Memantin bei Patienten mit moderaten oder schwerer Alzheimer Demenz untersuchten, doch nur vier von ihnen hätten ausreichend Daten für eine Auswertung geliefert. Selbst die Aussagekraft dieser vier ausgewerteten Studien befand das IQWiG als eingeschränkt. Denn bei allen vier Vergleichen seien die Ergebnisse zu einzelnen Therapiezielen nicht oder nur unvollständig veröffentlicht. Dies betreffe zum Beispiel Daten über die Notwendigkeit einer Aufnahme in ein Pflegeheim.

 

Lediglich für eine Untergruppe, nämlich für Patienten mit einem mittelschweren Grad der Erkrankung, gebe es Hinweise, wonach der Wirkstoff den Erhalt alltagspraktischer Fähigkeiten positiv beeinflussen könnte. Werde Memantin nicht allein, sondern zusätzlich zu dem Cholinesterasehemmer Donepezil eingenommen, könnten Patienten mit mittelschwerer Alzheimer Demenz nicht nur bei der Alltagskompetenz, sondern auch im Hinblick auf psychische Begleitsymptome Vorteile haben. Allerdings könnte auch dieser Nutzen nur unter Vorbehalt gelten.

 

Unklar bleibt nicht nur der Nutzen, sondern auch ein möglicher Schaden einer Memantin-Therapie, da die verfügbaren Risikodaten bei der Behandlung zusammen mit Donepezil nicht der deutschen Zulassungssituation entsprächen und insofern lückenhaft seien.

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