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Hautärzte warnen vor Sonnenbrand-Tattoos

12.08.2015
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dpa / Es ist eine gefährliche Mode: Um individuelle »Tattoos« zu bekommen, legen sich junge Menschen spezielle Schablonen auf die Haut und lassen sich dann absichtlich von der Sonne verbrennen. Bilder von diesem Phänomen kursieren derzeit verbreitet im Netz. Hautärzte sind alarmiert.


»Man sieht immer mehr Menschen, die versuchen, sich über einen Sonnenbrand eine permanente Pigmentierung an der Haut zuzulegen«, sagt der Wuppertaler Dermatologe Professor Dr. Thomas Dirschka, der auch Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen ist.

»Den Trend stellt man spätestens dann fest, wenn man in Mallorca mal am Strand spazieren geht.« Im Internet werden entsprechende Schab­lonen bereits in dutzende Länder verkauft.

 

Die Risiken des Trends scheinen vielen nicht bewusst zu sein. »Das Problem ist, dass es im Rahmen von solchen kräftigen Sonnenbränden auch zu Mutationen an genetischen Sequenzen kommt, die für die Unterdrückung von Tumor-Reaktionen verantwortlich sind«, sagt Dirschka. Deswegen erhöhe jeder Sonnenbrand das Risiko für Hautkrebs, warnt er. Wer sich mit Sonnenschutz eincremt, bevor er sich eine Schablone auf die nackte Haut legt, geht zwar verantwortungsbewusster an den zweifelhaften Trend heran, vom Dermatologen gibt es aber auch dafür kein grünes Licht. »Es gibt keinen kompletten UV-Schutz«, betont Dirschka. Je nach Hauttyp sei besondere Vorsicht geboten./

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