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Neue Leitlinie zu Schwangerschaftsdiabetes

16.08.2011
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PZ / Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hat eine neue evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Gestationsdiabetes vorgelegt. Diese entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Sie soll die Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Schwangerschaftsdiabetes aus dem Jahr 2001 ersetzen.

Von rund 650 000 Geburten in Deutschland im Jahr 2010 litten fast 24 000 Frauen bei der Entbindung unter Gestationsdiabetes. Für werdende Mütter erhöht die Erkrankung das Risiko, Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Darüber hinaus haben sie häufiger Frühgeburten. Sie gebären übermäßig große Babys, die häufiger über einen Kaiserschnitt zur Welt kommen müssen. Mitunter leiden die Kinder unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder Trinkschwäche.

 

Mit der Leitlinie gibt die DDG Ärzten Informationen und Handlungsempfehlungen zu Epidemiologie, Folgen, Screening, Diagnostik und Therapie von Gestationsdiabetes. Dazu gehören auch Hinweise zur Ernährung, Kalorienbedarf und Sport, zur Schulung der Schwangeren und geburtsmedizinischer Betreuung und Nachsorge.

 

Die Leitlinie erörtert auch, inwieweit Blutzucker-Reihenuntersuchungen die Situation verbessern. »Zwar besteht bei einem Screening aller Schwangeren die Gefahr, Frauen mit geringem Risiko unnötig zu belasten«, sagt Dr. Helmut Kleinwechter von der DDG. Doch das gezielte Screening nur von Übergewichtigen oder familiär vorbelasteten Frauen hätte zur Folge, dass bis zu 40 Prozent der Fälle nicht entdeckt würden. Die DDG setzt sich deshalb dafür ein, alle Schwangere auf Diabetes zu testen. Die Leitlinie ist auf der Seite der DDG unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de in der Rubrik »Leitlinien« und »Evidenzbasierte Leitlinien« zu finden. /

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