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Pharmazieticker

14.08.2006
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Hohes Risiko für Feten

Jede fünfte Schwangerschaft von Epilepsiepatientinnen endet mit dem Tod oder schweren Fehlbildungen des Fetus, wenn die Schwangeren mit dem Antiepileptikum Valproinsäure behandelt wurden. Dies geht aus der neuesten Analyse des Antiepileptic Drug Pregnancy Registry hervor (Neurology 67, 2006, 407-412). Die Inzidenz von 20,3 Prozent unter Valproinsäure war damit mindestens doppelt so hoch wie unter Phenytoin (10,7 Prozent), Carbamazepin (8,2 Prozent) oder Lamotrigin (1,0 Prozent). Zwischen diesen drei Antiepileptika waren die Unterschiede allerdings nicht signifikant, da die Analyse nur auf 333 Fällen beruhte. Da nicht alle Epilepsieformen auf neuere Antiepileptika ansprechen, wird es auch in Zukunft notwendig sein, in einigen Fällen Valproinsäure einzusetzen. PZ

Atorvastatin zur Prävention

Die Europäische Kommission hat für Atorvastatin (Sortis®) die Zulassung um die Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse erweitert. Der Arzneistoff ist bei Patienten indiziert, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Risiko als hoch eingestuft wird; zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck. Ausschlaggebend waren die Ergebnisse der ASCOT-LLA-Studie mit 10.300 Hypertonikern und der CARDS-Studie mit 2800 Diabetikern. Verglichen mit Placebo konnten 10 mg Atorvastatin in beiden Studien das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse signifikant senken. PZ

Anakinra bei Erbkrankheit

US-Mediziner haben erstmals eine erfolgversprechende Behandlung für das lebensgefährliche Cinca-Syndrom gefunden. Die äußerst seltene angeborene Erkrankung, die sich in schwerem Hautausschlag, chronischer Meningitis und Gelenkentzündungen äußert, kann mit einer täglichen Injektionen von Anakinra verbessert werden, einem in der Rheumatologie eingesetzten Antagonisten am Interleukin 1-Rezeptor (NEJM 355, 2006, 581-592). Alle 18 Patienten sprachen bei guter Verträglichkeit unmittelbar auf die Behandlung an. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese positiven Erfahrungen auch langfristig Bestand haben werden. PZ

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