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09.08.2017  09:45 Uhr

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Enasidenib erhält US-Zulassung bei AML

 

PZ / In den USA ist Enasidenib (Idhifa® von Celgene) zugelassen worden. Das Orphan Drug blockiert die bei 8 bis 19 Prozent der Patienten mit akuter myeloischer Leuk­ämie (AML) überaktive Isocitrat-Dehydrogenase 2 (IDH2). Die verfügbaren Daten zur Wirksamkeit von Enasidenib stammen aus einer offenen Phase-I/II-Studie mit 199 AML-Patienten mit aktivierender Mutation im IDH2-Gen. 19 Prozent der Patienten erreichten für durchschnittlich 8,2 Monate eine komplette Normalisierung der Blutzellzahlen; bei 4 Prozent normalisierten sich die Blutwerte teilweise für durchschnittlich 9,6 Monate. Häufige Nebenwirkungen waren Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, erhöhte Bilirubin-Werte und Appetitlosigkeit. Zudem kam es bei 14 Prozent der Patienten zu einem sogenannten Differenzierungssyndrom, einer potenziell lebens­bedrohlichen Komplikation, bei der die entarteten Blutzellen sich differenzieren und in der Folge entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen.

 

USA: Ibrutinib bei Graft-versus-Host-Krankheit

 

PZ / Der bislang als Krebsmittel eingesetzte Kinasehemmer Ibrutinib (Imbru­vica®) hat in den USA eine Zulassungserweiterung bekommen. Er kann nun auch bei chronischer Graft-­versus-Host-Erkrankung (cGVHD) eingesetzt werden, bei der Spenderzellen nach einer Stammzelltransplantation (Graft) das Gewebe des behandelten Patienten (Host) angreifen. In einer einarmigen Studie mit 42 cGVHD-Patienten kam es bei 67 Prozent durch die Ibrutinib-­Gabe zu einer Besserung. Bei 48 Prozent hielt diese Besserung bis zu fünf Monate und länger an. Relativ häufige Nebenwirkungen waren Erschöpfung, blaue Flecken, Durchfall, Thrombozytopenie, Muskelkrämpfe, Stomatitis, Übelkeit, schwere Blutungen, Anämien und Lungenentzündungen. Zusätzlich traten Infektionen, Panzyto­penie, Vorhofflimmern, Bluthochdruck, weitere Krebs­erkrankungen und das Tumorlyse-Syndrom auf. Ibrutinib hemmt die Bruton-Tyrosinkinase. So können B-Zellen nicht aktiviert werden. Zudem hemmt Ibrutinib die Interleukin-2-induzierbare T-Zellkinase (ITK), die sich auf B- und T-Zellen befindet. Bei cGVHD sind beide Zelltypen übermäßig aktiv. /

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